Schorndorf: Mehr Polizei nach Krawallen und Übergriffen

Nach gewalttätigen Eskalationen auf einem Stadtfest in Schorndorf gestehen Polizei und Stadt, dass ihnen die Lage entglitten ist.

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Nachdem es beim Stadtfest „Schorndorfer Woche“ am Wochenende zu zwei sexuellen Übergriffen durch Migranten sowie zu massiver Gewalt gegen Polizeibeamte kam, gestanden die Stadt Schorndorf und die Polizei gestern Fehler ein. Der Schlossplatz, auf dem eine Gruppe von etwa 1000 jungen Menschen feierte, sei zu spät geräumt worden. Bei den Jugendlichen handle es sich erfahrungsgemäß hauptsächlich um Schüler, sagte der Schorndorfer Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD). Bei der Einsatztaktik habe man sich auf die Erfahrungen aus den Vorjahren gestützt. Das Fest sei bislang immer friedlich verlaufen.

Den Inhalt einer Pressemitteilung von Sonntag, es habe sich beim Großteil der Gruppe um Migranten gehandelt, dementierten Stadt und Polizei nachträglich. „In der Anonymität der Gruppe ist es unmöglich zu sagen, wie viele Migrationshintergrund hatten“, so der Polizeipräsident in Aalen, Roland Eisele. Er sprach von einer Eskalation von Gewalt und Aggression, die nicht vorhersehbar gewesen sei. Nach den Vorfällen wurden Einsatzkräfte aus dem ganzen Land hinzugezogen und die Stärke der Beamten auf dem Fest, das am heutigen Dienstag endet, verdoppelt.

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) veurteilte die Gewalt gegen die Polizei scharf. „Es gilt glasklar: Wir dulden solche Exzesse nicht, bei uns gibt es keine rechtsfreien Räume, wir haben null Toleranz bei Gewalt, bei sexuellen Übergriffen, bei Gewalt gegen die Polizei“, sagte er nach Angaben eines Ministeriumssprechers am Montag. Das gelte unabhängig von der Herkunft der Täter.

Auch bei einem Fest in Böblingen wurden sexuelle Übergriffe bekannt. Laut Polizei wurde eine Gruppe betrunkener afghanischer Asylbewerber am Samstagabend am Rande eines Festes aggressiv. Während die Polizei den Sachverhalt aufnahm, meldeten sich mehrere junge Frauen, die aus der Gruppe heraus unsittlich berührt und sexuell beleidigt wurden.

Übergriffe bei Schorndorfer Stadtfest: Ruf nach Konsequenzen

Krawalle in Schorndorf: Polizei und OB räumen Fehler ein

Schorndorf ist kein zweites Köln

Mutmaßungen waren nach den ersten Meldungen von Übergriffen bei der Schorndorfer Woche schnell im Umlauf: Migranten sollen verantwortlich dafür sein, dass das Volksfest in Teilen aus dem Ruder lief. Doch das war  mitnichten so. Die Polizei hat gestern für Klarheit gesorgt: Schorndorf ist kein zweites Köln.

Nicht Flüchtlinge haben Exzesse ausgelöst, sondern Alkohol, der bei Abiturienten und Realschülern an diesem Tag in Strömen floss. Krawalle waren die Folge, wohl auch Gewalt und Aggression. Die Polizei muss diese Exzesse aufarbeiten und zwar genau mit der Sachlichkeit, die sie gestern an den Tag gelegt hat.

In Verruf gebracht haben das Fest viele: Die Jugendlichen, die im Delirium Verstand und Anstand vergessen haben. Einzelne Migranten, die Frauen begrapscht und belästigt haben.

Nichts von dem ist zu tolerieren. Jeder, der identifiziert werden kann, muss für die Ausschreitungen zur Rechenschaft gezogen werden, unabhängig von seiner Herkunft. Möglicherweise müssen aber auch die Veranstalter überlegen, ob Alkohol ohne Limit ausgeschenkt werden darf.

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