Schlecker-Anwalt: Werden Urteil genau analysieren

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Norbert Scharf, der Anwalt von Anton Schlecker in Stuttgart. Foto: Marijan Murat  Foto: 

Die Verteidiger von Anton Schlecker wollen das Urteil gegen ihren Mandanten genau analysieren und erst danach über einen möglichen Revisionsantrag entscheiden. Es sei ein sehr komplexes Verfahren gewesen, in dem sich keiner der Beteiligten leichtgetan habe, sagte Rechtsanwalt Norbert Scharf am Montag im Landgericht Stuttgart. „In einem Punkt gibt es natürlich einen Dissens, der zieht sich durch die gesamte Hauptverhandlung“, betonte er aber. „Das ist die Frage, wann die drohende Zahlungsunfähigkeit eines Milliardenkonzerns bestand und wann das bemerkbar war.“

Das Gericht hatte Anton Schlecker zuvor wegen Bankrotts zu einer Bewährungs- und einer Geldstrafe verurteilt. Seine beiden Kinder Lars und Meike erhielten Haftstrafen. Die Richter gingen in ihrem Urteil davon aus, dass die drohende Zahlungsunfähigkeit des Konzerns Anfang Februar 2011 für Schlecker erkennbar gewesen sein musste. Angemeldet wurde die Insolvenz allerdings erst ein knappes Jahr später.

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Kommentare

27.11.2017 20:30 Uhr

Antwort auf „Schlecker wurde ohne jede Not abgewickelt”

Ergänzende Anmerkung: Formal bin ich zwar bloß IHK-geprüfter Finanzbuchhalter. Die heutige Agentur für Arbeit in der Ulmer Wichernstraße verlangte aber schon früh unter Androhung von Sanktionen von mir, künftig als Bilanzbuchhalter tätig zu werden. Das entsprechende Gesuch der Behörde, das mich bis zum Frühjahr 2003 beinahe mein Leben gekostet hätte, legte ich damals einem Angehörigen meiner Familie vor.

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27.11.2017 17:42 Uhr

Schlecker wurde ohne jede Not abgewickelt

In einem verhältnismäßig großen Konzern wie es Schlecker vor der im Januar 2012 angemeldeten Zahlungsunfähigkeit einst war, sind aller Erfahrung nach horrende Summen an unzählige Praktiken gebunden, die allein schon im Zuge eines Wechsels des Rationalisierungsparadigmas menschlicher Arbeit frei werden, sobald sich die fraglichen Teile der Belegschaft davon verabschieden. Dass der Insolvenzverwalter Geiwitz solch einen Schatz nicht gehoben hat, indem er als gerichtlich bestellter Herr des Verfahrens die Betriebsangehörigen entschieden dazu aufforderte, ihre insofern willkürlich entgegen dem Verbot des Grundgesetzes aufrecht erhaltene Blockade schleunigst aufzulösen, spricht nicht für dessen Eignung als Sanierer eines Unternehmens. Ohne jede materielle Not daran anschließend die Firma abzuwickeln und daraus auch noch zu schließen, Herr Schlecker hätte so etwas schon im Februar 2011 voraussehen müssen, lässt das heute ergangene Urteil äußerst unbegründet erscheinen. Dem Verteidiger von Herrn Schlecker bleibt angesichts dessen keine andere Wahl, als im Einverständnis mit seinem Mandanten vor der nächst höheren Instanz die dadurch zwingend gebotene Revision zu beantragen.

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