Schärfere Sicherheitsmaßnahmen

Der Anschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Schwäbisch Gmünd zog weite Kreise. Der Landkreis verstärkt nun die Sicherheit in Heimen. Parallel sollen "Friedenswächter" auf den Straßen Präsenz zeigen.

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Am ersten Weihnachtsfeiertag brannte diese geplante Flüchtlingsunterkunft. Die Polizei sucht noch immer nach den Tätern.  Foto: 

Wegen des Brandanschlags auf ein Flüchtlingsheim in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) verschärft die Landkreisverwaltung die Sicherheitsvorkehrungen auch in anderen Heimen. Sämtliche größeren Unterkünfte sollen von privaten Sicherheitsdiensten regelmäßig kontrolliert werden, teilte das Landratsamt mit. Außerdem würden Bewegungsmelder installiert.

An Weihnachten hatten Unbekannte die geplante Unterkunft in Schwäbisch Gmünd (Ostalbkreis) in Brand gesetzt. Die Unterkunft soll vom Frühjahr an bis zu 120 Migranten Platz bieten. Die Suche nach den Brandstiftern läuft indes weiter. "Wir haben keine konkreten täterbezogenen Hinweise erhalten", sagte ein Sprecher. Landesweit mehren sich seit Monaten Brandanschläge auf Flüchtlingsheime.

Nach den Vorstellungen der Stadt sollen zudem ehrenamtliche "Friedenswächter" die Gmünder Straßen sicherer machen - oder zumindest das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung erhöhen. "Wir haben reagiert nach Köln", erklärte Stadtsprecher Markus Herrmann. Ehrenamtliche sollen künftig bei größeren Veranstaltungen Präsenz zeigen und Ansprechpartner sein. "Die Idee kommt aus dem frankophonen Raum, aus Belgien und Frankreich."

Die Ehrenamtlichen seien aber weder Bürgerwehr noch Sicherheitsdienst. Man könne sie bei Schwierigkeiten oder Anliegen ansprechen. "Es ist ein positiver Umstand, wenn die Kommune hinter der Aktion steht", sagte ein Sprecher der Aalener Polizei. "Bürgerschaftliches Engagement im richtigen Rahmen wollen wir ja, wenn sich Leute einbringen. Davon zu unterscheiden sind sogenannte Bürgerwehren."

In der Landeserstaufnahmestelle Ellwangen (Lea) werden derweil neu ankommende Algerier schnellstmöglich auf Gesundheit und Aufenthaltsstatus gecheckt und vom Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge (Bamf) registriert, sagte Leiter Berthold Weiß. Das sei am Dienstag so beschlossen worden. "Unser Ziel ist es, das Verfahren binnen 48 Stunden durchzuziehen." Vergangene Woche hatte es eine große Razzia bei algerischen Bewohnern in der Lea gegeben, nachdem es zuletzt wiederholt zu Vorfällen mit Beteiligung algerischer Bewohner gekommen war.

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