Sägen bringt keinen Segen

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Freund und Helfer sollen vorbildliche Polizisten sein, wissen die Älteren noch aus der Werbung früherer Zeiten. An Hilfsbereitschaft ließ es denn auch eine tapfere Beamtin aus Heilbronn nicht mangeln. Die freundliche Frau hatte ein Hilferuf besonderer Art ereilt. Zwei betagte Herrschaften – er 87 Jahre alt, sie fünf Jährchen jünger – brauchten dringend einen Klafter Brennholz.

Also rückte die Polizistin in ihrer freien Zeit aus, nahm sich sogar einen ganzen Tag Zeit für die Aktion „Warmes Stübchen“. Doch dummerweise verletzte sich die gute Fee beim Gebrauch der Motor betriebenen Wippsäge. Obwohl dieser Apparat eigentlich narrensicher sein sollte, hat sie sich mehrere Finger gebrochen.

Der Arbeitsunfall beschäftigte seit dem Missgeschick im November 2014 mehrere Gerichte in diversen Instanzen. Nun hat das Sozialgericht Heilbronn einen Strich unter die Klageserie gezogen: kein Arbeitsunfall.

Die Polizistin hatte nämlich nicht irgendwelchen Fremden geholfen, die in ihrem Kämmerchen bibberten. Über das Brennholz freuten sich Onkel und Tante. Ein Beschäftigungsverhältnis mochten  Berufsgenossenschaft und Sozialgericht nicht zu erkennen. Der Einsatz sei eine „nicht unfallversicherte Gefälligkeit unter Verwandten“.

Beobachter der Prozessiererei hoffen nun, dass die Beamtin bei der Jagd von Straftätern ähnlich hartnäckig bleibt wie bei der Verfolgung eigener Vorteile. Allerdings gibt es für die Arbeit mit Gesetzesbrechern ein Handikap – die Hand schmerzt noch immer.

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