Rüge für Parteien wegen den Debatten im SWR

"Schönwetterdemokraten" schimpft SWR-TV-Chefredakteur Frey die großen Parteien. In der Südwest-SPD tragen den AfD-Boykott nicht alle mit.

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Der Chefredakteur des SWR-Fernsehens, Fritz Frey, rügt SPD, Grüne und CDU wegen des Streits um die TV-Debatten vor den Landtagswahlen. "Die Parteien haben uns jetzt zweimal unser journalistisches Konzept zerschossen. Ich halte das für fatal", sagte er dem "Spiegel". "So muss doch der Eindruck entstehen, wir würden uns unsere journalistischen Sendungskonzepte von den Parteien diktieren lassen." Information und Meinungsbildung der Bürger gingen im "machttaktischen Fingerhakeln" unter. "Man möchte denen fast zurufen: Was seid ihr eigentlich für Schönwetterdemokraten, wenn ihr euch jetzt wegduckt."

In Rheinland-Pfalz will Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nicht bei einer TV-Debatte mitmachen, bei der auch die AfD dabei wäre. Daraufhin entschied der SWR, zur "Elefantenrunde" vor der Wahl am 13. März nur die Spitzen der Landtagsparteien SPD, CDU und Grüne einzuladen. Die aussichtsreichen Parteien AfD, FDP und Linke sollten später per Interviews eingespielt werden. CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner hatte dann abgesagt und der SPD "Erpressung" vorgeworfen. Die Grünen erklärten nun, sie würden eine Runde auch mit der AfD besuchen.

In Baden-Württemberg ist die AfD bei der Elefantenrunde ebenfalls außen vor. Der Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) und SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid (SPD) hatten sich geweigert, gemeinsam mit der AfD zu debattieren. Ihre Parteien haben zudem allen Wahlkämpfern empfohlen, Podien mit der AfD zu meiden. Daran wollen sich aber nicht alle Genossen halten. So hat nach dem Heidenheimer Abgeordneten und Kultusminister Andreas Stoch der Schwäbisch Haller Abgeordnete Nikolaos Sakkelariou angekündigt, die Empfehlung zu ignorieren. Er fürchte, dass Ausgrenzung die AfD eher stärken werde, sagte der SPD-Innenexperte. Er wolle die 25 Prozent AfD-Wähler, die direkt von der SPD kämen, zurückholen. Dazu sei es erforderlich, dass man sich deren Sorgen stellen und nicht die AfD zu "Märtyrern" mache.

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