Regierungszentrale wird modernisiert

Mindestens 27 Millionen Euro steckt das Land in die Sanierung der Villa Reitzenstein. Auch ein weitgehend unterirdischer Neubau ist geplant.

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Kaum im Amt, wollte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) von der Stuttgarter Halbhöhe hinunter in die City ziehen - Stichwort Bürgernähe. Doch jede Menge Einwände standen dem entgegen. Jetzt zieht er zwar im nächsten Juni aus der Villa Reitzenstein aus, aber wenn zeitlich alles klappt, 2015 wieder in den angestammten Amtssitz zurück.

Bis dahin sollen die umfangreichen Renovierungs- und Neubauarbeiten erledigt sein, deren vorläufige Kosten Staatssekretär Klaus-Peter Murawski gestern mit 27 Millionen Euro angab. Das Berliner Büro Sting Architekten hat den europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen.

Schwerpunkt der Maßnahmen ist der Abriss des asbestbelasteten Erweiterungsbaus, den der spätere Stuttgarter SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Conradi in den siebziger Jahren geplant hatte. "Wir wollten den Abriss so schnell wie möglich", sagte Murawski, "weil von dem Gebäude eine permanente Gefährdung für die Mitarbeiter" ausgehe. Ohne Neubau aber fänden die rund 260 Mitarbeiter in der Regierungszentrale, die sich auf insgesamt elf Gebäude (darunter in angrenzenden Straßen) verteilen, keinen Platz.

Die topografischen Gegebenheiten auf der Stuttgarter Gänsheide erlauben es, den Neubau, der auch ein Besucherzentrum haben wird, zu zwei Dritteln unter die Erde zu verlegen. Uberirdisch sichtbar sind nur zwei Geschosse. Über unterirdische Gänge sind die wichtigsten Gebäude miteinander vernetzt.

Die 1913 für 2,8 Millionen Goldmark errichtete Fabrikantenvilla für Helene von Reitzenstein (damals "das teuerste Einfamilienhaus der Stadt") im Stil der italienischen Renaissance wird künftig besser als "Villa im Park" zur Geltung kommen: Der Neubau wird ein Stück weggerückt. Äußerlich wird man dem denkmalgeschützten Gebäude die Sanierungen nicht ansehen. Im Innern aber wird die gesamte Technik erneuert. Großgeschrieben wird die energetische Sanierung der Gebäude, deren Kern zwei neue Blockheizkraftwerke sind.

Kretschmann wird übergangsweise in das bis vor kurzem vom US-Vier-Sterne-General genutzte, direkt benachbarte Clay-Haus ziehen, das Teil des Staatsministeriums bleiben wird.

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