Razzia in Mannheimer "Problem-Immobilie"

Mietwucherer verdienen sich in Mannheim auf Kosten von Zuwanderern eine goldene Nase. Jetzt hat die Polizei ein Wohnhaus durchsucht.

|

Mit einer großangelegten Durchsuchung eines dreigeschossigen Wohnhauses in Mannheim ist die Polizei am Dienstagmorgen gegen mutmaßliche Mietwucherer vorgegangen. An der Durchsuchung beteiligten sich rund 130 Polizisten, Finanzinspekteure und Mitarbeiter der Stadt.

Die Bewohner, darunter viele bulgarische und rumänische Immigranten, sollen in winzigen Zimmern und Kellerverschlägen "eingepfercht" worden sein, sagte ein Polizeisprecher. Zudem hätten sich bei den Ermittlungen gegen Bewohner, Vermieter und Hausverwalter Hinweise auf Steuerhinterziehung, Urkundenfälschung und Betrug erhärtet. Die Beamten sprachen von einer "Problem-Immobilie".

Nach Polizeiangaben wurden bei der Durchsuchung mehrere Fahrräder im Wert von mehreren Tausend Euro gefunden, die höchstwahrscheinlich gestohlen worden sind. Auch anderes Diebesgut sei entdeckt worden, sagte ein Sprecher. Eine Frau, die wegen Diebstahls gesucht wurde, konnte festgenommen und in eine Justizvollzugsanstalt gebracht werden. Ein weiterer Bewohner steht in Verdacht, an einer Einbruchsserie beteiligt gewesen zu sein. Wegen Baumängeln wurde das Bauamt eingeschaltet. Die Bewohner hätten offenbar wild Strom gezapft und unsachgemäß Elektroleitungen verlegt, sagte der Sprecher. Dadurch steige die Brandgefahr. Erst vor zwei Jahren waren in Mannheim Kinder bei einem Brand durch eine falsch verlegte Stromleitung gestorben.

Nach Angaben des Polizeisprechers wurden während der Razzia im sozial schwachen Stadtteil Neckarstadt-West 38 Bewohner kontrolliert. Diese sollen nun vernommen werden. Sie hätten sich während der Durchsuchungsaktion mehrheitlich sehr kooperativ gezeigt. Es handele sich um die Geschädigten, die Täter müssten erst noch ermittelt werden. Der Verdacht des Mietwuchers habe sich erhärtet. Ob allerdings der Eigentümer des Hauses davon gewusst habe, sei noch unklar. Es sei auch möglich, dass er die Immobilie weitervermietet habe und ein anderer die Mieter ausgenommen habe.

In dem Haus gibt es nach Angaben des Sprechers 20 Wohnungen. Wie viele Menschen darin leben, sei unklar. Die Fluktuation in solchen Immobilien sei groß und viele Bewohner seien nicht beim Einwohnermeldeamt registriert.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Hoffen und Bangen vor dem Prozess gegen Mesale Tolu

Am Montag entscheidet sich, ob die Journalistin frei kommt. Die Familie ist optimistisch. Diplomaten und Prominente verfolgen die Verhandlung im Istanbuler Justizpalast. weiter lesen