Raubüberfall auf Bäckerei-Filiale wegen Schulden

Nach dem bewaffneten Überfall auf das Bäckerei-Café Mack in Heidenheim muss ein 26-Jähriger für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis.

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Es hätte ein gelungener Neuanfang werden können. Alles sah danach aus, als der Angeklagte – türkischer Staatsbürger, geborener Heidenheimer – aus der Türkei zurückkehrte. Dorthin war er nach der sechsten Klasse mit Familie abgeschoben worden. Zwar hatte er in der Türkei das Gymnasium besucht und eine Ausbildung zum Computertechniker absolviert, sich jedoch nie heimisch gefühlt. Ende 2013 kam er nach Heidenheim zurück, arbeitete, heiratete. Doch dann traf er alte Bekannte aus der Kindheit wieder, die ihn mitnahmen ins Spielcasino, ließ der 26-Jährige seinen Anwalt vor der Großen Strafkammer am Ellwanger Landgericht verlesen.

Auf Anhieb gewann er 400 Euro. Er spielte weiter – und überspielte so privaten Kummer: Seine Frau erlitt zwei Fehlgeburten. Der Monteur rutschte tief in die Automaten-Sucht. Tagelang, nächtelang. Um morgens noch zur Arbeit zu können, nahm er  Amphetamin und Kokain.

Wie Konsum und Glücksspiel mehr wurden, wuchsen die Schulden. Über 30.000 Euro sei er in der Kreide gestanden. An einem Sonntag Anfang Januar dieses Jahres ließ sich ein Gläubiger nicht länger vertrösten, forderte 2000 Euro zurück. Der Angeklagte hatte nichts mehr. Jener „Freund“ habe gedroht, seiner Frau vom Rauschmittel-Konsum zu erzählen. Das habe ihn panisch gemacht. Er erinnerte sich daran, dass ihm seine Schwägerin einmal erzählt hatte, dass an ihrer Arbeitsstelle montags viel Bargeld im Tresor sei. Es folgte das, was der geständige Täter den „größten Fehler meines Lebens“ nannte: Er griff sich die Nachbildung einer historischen Pistole aus dem Wohnzimmer, zog sich die Kapuze tief ins Gesicht und klopfte frühmorgens an der Hintertür der Bäckerei. Die zwei Verkäuferinnen öffneten. Der 26-Jährige bedrohte die jüngere mit der Waffe, ging mit ihr in den Verkaufsraum, zwang die andere Verkäuferin, 7200 Euro aus dem Tresor auszuhändigen. Der Täter flüchtete, durch Spuren im Schnee fand die Polizei jedoch rasch zur ehelichen Wohnung.

Im Plädoyer forderte die Anklagevertretung viereinhalb Jahre Haft, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe mit Therapie. Das  Gericht verurteilte den 26-Jährigen wegen schwerer räuberischer Erpressung zu  dreieinhalb Jahren.

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