Polizei zu Schorndorf: Deutsche lösten Randale mit aus

Die Randale von Schorndorf hat Wellen geschlagen. Die Polizei zählt nun 53 Straftaten, nennt Details zum Ablauf – und die Nationalitäten derer, die die Gewalt auslösten.

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Die Polizei zeigt Präsenz im Schlossgarten in dem Jugendliche während eines Stadtfestes in Schorndorf feiern.  Foto: 

In einer ersten Bilanz zu den Straftaten im Laufe des Festes „Schorndorfer Woche“ hat die Polizei insgesamt 53 Straftaten gezählt. Es seien neun Sexualdelikte angezeigt worden, in drei Fällen habe sich der Verdacht aber nicht bestätigt, heißt es in einer Pressemitteilung von Mittwochabend. Außerdem ermittle man wegen 17 Fällen von Körperverletzung, zehn Sachbeschädigungen, mehreren Diebstählen sowie einigen Beleidigungen und Drogendelikten. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Zahl der Taten mehr als verdoppelt.

Etwas mehr Aufklärung bringt die Pressemitteilung auch dazu, wie es zu der Randale im Schorndorfer Schlosspark kommen konnte. Dort hätten sich am späten Samstagabend etwa 1000 teils stark alkoholisierte Jugendliche und junge Erwachsene aufgehalten, teilte die Polizei mit. Feiernde hätten gegen 22 Uhr begonnen, sich untereinander und die Fassade des Schlosses mit Flaschen zu bewerfen. Auch ein 16-jähriger Deutscher habe eine Flasche aus der Menschenmenge geworfen – und einen 19-jährigen Syrer am Kopf getroffen. Dieser wurde leicht verletzt und  musste vom Rettungsdienst versorgt werden. Als Polizisten eingreifen wollten, seien sie durch Flaschenwürfe zunächst zum Rückzug gezwungen worden.

Deutscher widersetzt sich

Gegen 1 Uhr wollten Beamte dann laut Mitteilung einen 20-jährigen Deutschen, der eine Körperverletzung begangen hatte, festnehmen. Als dieser sich massiv widersetzte, solidarisierte sich eine Gruppe von 100 Personen, „überwiegend mit Migrationshintergrund“, mit ihm und habe versucht, die Einsatzkräfte körperlich anzugehen. Die Beamten hätten Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt und seien massiv mit Flaschen beworfen worden. Diese 100 Personen hätten laut Polizei ein „hohes Gewaltpotenzial“ gehabt, „während die übrigen Personen im Schlosspark weitgehend friedlich waren“. Wegen der Sexualdelikte wird weiterhin gegen drei Afghanen und einen Iraker ermittelt, sowie in vier Fällen gegen Unbekannt.

Die Polizei trat Darstellungen entgegen, in denen die Vorkommnisse von Schorndorf mit denen in der Kölner Silvesternacht 2015 oder dem G20-Gipfel verglichen wurden. Gleichwohl habe es bei der Schorndorfer Woche erstmals sexuelle Belästigungen gegeben; und die Gewalt gegen Polizeibeamte habe eine für Schorndorf „neue Qualität“ gehabt. Dass durch die erste Pressemitteilung vom vergangenen Sonntag der Eindruck entstanden sei, dass alle rund 1000 Jugendlichen im Schlosspark an den Straftaten beteiligt gewesen seien, sei eine „Fehlinterpretation“.

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