Rätsel um ungelöste Fälle im Land

Der Mordfall Maria Bögerl ist nicht der einzige, an dem Ermittler noch Jahre nach der Tat arbeiten. Auch andere Morde warten auf Aufklärung.

|

Im Mordfall Maria Bögerl hoffen die Ermittler zwei Jahre nach der Tat noch immer auf eine heiße Spur. Statistisch betrachtet ist es unwahrscheinlich, dass die Mörder davonkommen: Die meisten Tötungsdelikte in Deutschland werden aufgeklärt. 2011 lag die Quote der gelösten Mord- und Totschlagfälle laut Kriminalstatistik bei 96,1 Prozent. Bleibt ein Rest von knapp vier Prozent. Darunter sind neben dem Fall Bögerl auch weitere Kapitalverbrechen im Südwesten.

Anja Aichele: Die 17-jährige Anja Aichele aus Stuttgart-Bad Cannstadt wird am 27. März 1987 gegen 22 Uhr auf dem Nachhauseweg von einem Jugendtreffen erwürgt. Drei Zeugen geben unabhängig voneinander an, sie hätten zu dieser Zeit einen Schrei im Weinberg unterhalb des Wohngebiets Muckensturm gehört. Ihre Leiche wird drei Tage später gefunden - vergraben in einem Beet. 60 Ermittler sammeln mehr als 4000 Hinweise - ohne Erfolg. Auch die Fernsehsendung "Aktenzeichen XY" führt nicht zum Täter. Anja Aichele wird zum "Altfall", einem so genannten "Cold Case". 2008 keimt Hoffnung auf: Bei einer routinemäßigen Überprüfung von Gegenständen, die sichergestellt worden waren, entdecken Ermittler eine "tatrelevante DNA-Spur". Ein Abgleich mit 500 getesteten Männern aus dem näheren Umfeld des Opfers ergibt aber keine Übereinstimmung. Neuer Versuch im April 2012: Per Reihen-DNA-Untersuchung werden rund 700 Männer getestet, die 1987 im Tatortbereich gewohnt haben. "Wir haben keine gute Erkenntnislage gewonnen", sagt Kriminalhauptkommissar Peter Wengerek auf Nachfrage der Nachrichtenagentur dpa. 20 Speichelproben stünden noch aus.

Antonella Bazzanella: Die 25 Jahre alte Italienerin fährt am 21. Juni 1987 mit dem Rad durch den Hardtwald in Karlsruhe. Dort trifft sie auf ihren Mörder. Der schleift sie ins Dickicht, malträtiert, fesselt und erdrosselt die junge Frau. Für die Ermittler spricht einiges für einen Ritualmord. "Eine wirklich heiße Spur zum Täter gab es in dem Fall nie", sagt Ralf Minet von der Karlsruher Polizei. Weil zur Tatzeit Tina Turner ein Konzert in der Nähe des Tatorts gab, war es sehr laut, so dass offenbar niemand Schreie hörte.

Felix Heger: Hoffnung besteht im Fall Felix Heger aus Oftersheim. Der Vater holt im Januar 2006 seinen zweijährigen Sohn von seiner geschiedenen Frau ab und bringt ihn nicht mehr zurück. Die Leiche des Mannes wird später in Bühlertal (Kreis Rastatt) von einem Spaziergänger gefunden. Die Polizei geht davon aus, dass der Vater erst das Kind und dann sich getötet hat und stellt die Ermittlungen ein, auch wenn sie die Leiche des Jungen nicht gefunden hat. Felix" Großeltern glauben, dass ihr Enkel noch lebt. Sie erreichen, dass "Aktenzeichen XY" und zuletzt "Menschen bei Maischberger" über den Fall berichten. Im August 2012 nimmt die Staatsanwaltschaft Baden-Baden die Ermittlungen wieder auf.

Limbacher Mord: Eine 46-jährige Frau aus Limbach wird am 24. Dezember 2011 ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Ihr Auto steht auf einem Parkplatz in der Nähe der Elz. Die Polizei geht davon aus, dass möglicherweise eine selbst gefertigte Metallfigur als Tatwaffe diente. Sie habe der Frau gehört, sich aber nicht mehr in der Wohnung befunden. Die Figur bleibt ebenso verschwunden wie die Handtasche der Frau. Auch eine Ausstrahlung in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" Anfang Juni 2012 bringt keine neuen Hinweise. "Es kam wenig Resonanz", sagt ein Polizeisprecher.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Teva streicht weltweit 14.000 Stellen

Die Ratiopharm-Mutter Teva will weltweit 14.000 Stellen streichen. In Deutschland hat der Konzern 2900 Mitarbeiter, die meisten arbeiten in Ulm. weiter lesen