Prügeltod eines kleinen Jungen: Angeklagte streiten Gewalt ab

Schallende Ohrfeigen, Tritte gegen den Kopf: Dem Tod eines Vierjährigen soll viel Gewalt vorausgegangen sein. Sowohl die Mutter als auch ihr damaliger Partner weisen die Vorwürfe von sich.

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  • Am Landgericht in Ulm begann am Montag der Prozess gegen eine Frau und ihren früheren Lebensgefährten. Die beiden sollen im Jahr 2011 den kleinen Jungen der Fau so schwer misshandelt haben, dass er an den Verletzungen starb. 1/2
    Am Landgericht in Ulm begann am Montag der Prozess gegen eine Frau und ihren früheren Lebensgefährten. Die beiden sollen im Jahr 2011 den kleinen Jungen der Fau so schwer misshandelt haben, dass er an den Verletzungen starb. Foto: 
  • Die Angeklagten sitzen im Landgericht Ulm auf der Anklagebank. Die Frau und ihr damaliger Lebensgefährte sollen im Jahr 2011 ihren kleinen Jungen so schwer misshandelt haben, dass er an den Verletzungen starb. 2/2
    Die Angeklagten sitzen im Landgericht Ulm auf der Anklagebank. Die Frau und ihr damaliger Lebensgefährte sollen im Jahr 2011 ihren kleinen Jungen so schwer misshandelt haben, dass er an den Verletzungen starb. Foto: 
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Die Mutter des totgeprügelten Jungen aus Geislingen (Kreis Göppingen) und ihr damaliger Partner haben vor Gericht abgestritten, das Kind je geschlagen zu haben. „Er hat vielleicht mal auf die Finger bekommen, aber nicht stark“, sagte die 28-Jährige am Montag zum Prozessauftakt am Landgericht Ulm. Der Junge habe in seinem ganzen Leben vielleicht dreimal eine „kleine Ohrfeige“ bekommen. 

Die 28-Jährige muss sich mit ihrem damaligen Partner seit Montag vor Gericht verantworten. Der kleine Junge hatte vor fünf Jahren durch Schläge schwere Hirnverletzungen und -blutungen erlitten. Er konnte zwar reanimiert werden, starb aber einen Tag später in einer Tübinger Klinik. Die beiden sollen das Kind misshandelt und damit seinen Tod verursacht haben. Wer zugeschlagen hat, ist dabei unklar.

Vor dem Tod soll dem Kind immer wieder Gewalt angetan worden sein, von Ohrfeigen bis zu Tritten gegen den Kopf. Die Mutter und ihr damaliger Partner hätten die Schläge des jeweils anderen stets gebilligt, verkündete die Staatsanwaltschaft am Montag zum Prozessauftakt in Ulm. „Keiner schritt gegen die körperliche Züchtigung ein“, sagte die Staatsanwältin.

Die Angeklagten befanden sich 2011 für knapp sechs Monate in Untersuchungshaft, seitdem sind sie wieder auf freiem Fuß. Das gemeinsame Kind der Angeklagten wurde damals in die Obhut einer Pflegefamilie gegeben. Der leibliche Vater des getöteten Jungen schloss sich als Nebenkläger dem Verfahren an.

Die Angeklagten hätten den Tod des Vierjährigen nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwar nicht gewollt, sie hätten ihn aber vorhersehen können. Das Gesetz sieht für Körperverletzung mit Todesfolge eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren vor, in minder schweren Fällen von bis zu zehn Jahren.

 
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