Prügel-Prozess: Arzt vermutete Misshandlung

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Die Eltern des totgeprügelten Raphael aus Geislingen (Kreis Göppingen) haben sich nach Aussagen damals alarmierter Rettungskräfte ungewöhnlich teilnahmslos verhalten, als der Vierjährige im Kinderzimmer im Sterben lag. "Es war einfach die Auffindesituation und die Wenig-Besorgtheit der Angehörigen", sagte der Notarzt vor dem Landgericht Ulm.

Die 28-Jährige und ihr 30 Jahre alter Ex-Partner sollen Raphael 2011 immer wieder misshandelt und damit im März seinen Tod verursacht haben. Wer zugeschlagen hat, ist unklar. Beide sollen die Gewalt des anderen zumindest gebilligt haben. Vor Gericht beschuldigen sie sich gegenseitig. Der kleine Junge hatte schwere Hirnverletzungen und Hirnblutungen erlitten. Er erstickte an seinem Mageninhalt.

Die Mutter hatte damals den Notruf alarmiert und den eintreffenden Rettern zunächst von einem Treppensturz des Kindes berichtet. "Der Junge lag mitten in seinem Zimmer auf dem Rücken, die Arme und Beine am Körper", sagte der Mediziner. Als sei er dort hingelegt worden. Das wäre aber im Falle eines Sturzes von der Treppe ungewöhnlich. Der Junge habe blaue Flecken am Körper gehabt. "Es war nicht so, dass sie um ihr Kind gebangt haben und uns über die Schulter geschaut haben - und das ist bei Kindernotfällen eigentlich nicht so", sagte ein Rettungsassistent. Da stimmt was nicht, so der Eindruck vor Ort.

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