Protestkonzert vor Waffenfabrik

Der Ärzte-Verein IPPNW veranstaltet Ende Mai einen Kongress in Villingen-Schwenningen. Er wendet sich gegen den Kleinwaffen-Handel.

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"Warum schickst Du uns ans Ende der Welt?", wird Helmut Lohrer aus Villingen-Schwenningen von Referenten und Kongress-Besuchern aus aller Welt immer wieder gefragt. "Weil hier die Waffen produziert werden", antwortet der Mediziner. Lohrer ist Mitglied des deutschen und internationalen Vorstands des Vereins "Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung" (IPPNW).

Die deutsche Sektion des Vereins veranstaltet vom 30. Mai bis 2. Juni in und mit der Stadt Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) und der "Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel" einen internationalen Kongress zu den sozialen und gesundheitlichen Folgen des globalen Kleinwaffen-Handels. 300 Besucher aus 28 Staaten haben sich bisher angemeldet. Sie können sich in Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen mit dem Thema befassen. Eine spektakuläre Aktion des Kongresses ist ein Protestkonzert am 1. Juni vor den Werkstoren des Waffenproduzenten Heckler & Koch in Oberndorf (Kreis Rottweil). "Das wird vor allem für die Besucher aus Afrika, dem Nahen Osten und Südostasien ein eindrückliches Erlebnis werden", vermutet Lohrer. Denn die stehen dann vor der Fabrik, in denen die Kleinwaffen hergestellt werden, die in ihren Ländern zum Einsatz kommen.

Lange Zeit habe sich der Protest der Friedensbewegung - auch der IPPNW - gegen große und atomare Waffen gerichtet, sagt Lohrer. Seit sich auch in den südlichen Ländern IPPNW-Sektionen gebildet haben, sei man auf deren Probleme mit den Kleinwaffen stärker aufmerksam geworden. Zahlen des Deutschen Roten Kreuzes besagen, dass 90 Prozent der Kriegsopfer durch Kleinwaffen sterben, und die meisten Zivilisten sind. Die Waffen, die in den südlichen Ländern eingesetzt werden, werden in den nördlichen Industriestaaten produziert. "Das ist unser Anteil, den wir an den Kleinwaffen haben", sagt Lohrer. Deshalb finde der Kongress nicht in Berlin, sondern dort statt, wo die Waffen produziert werden.

"Der Kongress ist offen für alle, nicht nur für Ärzte", betont Lohrer. Dessen Anliegen ist, das Thema stärker in die Öffentlichkeit zu rücken. "Wir wollen es ans Licht zerren." Lohrer ist Realist und weiß, dass sich auf die Schnelle nichts verändern wird. "Doch wir können einen Anstoß geben, dass Menschen darüber nachdenken, welche Auswirkungen der Kleinwaffen-Handel hat."

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