Polizisten mit Messer attackiert und verletzt

Eines bewaffneten Angriffs mussten sich Polizisten mit sechs Schüssen erwehren. Vor dem Landgericht Heilbronn begann jetzt der Prozess.

|

Es sei "eine ungeheuerliche Tat" gewesen, gestand ein Syrer vor dem Landgericht Heilbronn. Der Asylbewerber (29) ist wegen versuchten Totschlags angeklagt. Im Juli 2015 hatte er Polizisten des Postens in Heilbronn-Neckargartach mit zwei Messern und einem Hammer angegriffen. Seine Attacke musste durch sechs Schüsse aus einer Dienstwaffe gestoppt werden.

"Er wollte uns umbringen", sagte einer der Beamten (41) beim Prozessauftakt. Der Angeklagte habe "absolut entschlossen" gewirkt. In seiner ganzen Dienstzeit habe er noch keinen Menschen erlebt, der so "kaltblütig" Polizisten töten wollte, ergänzte ein Kollege (52).

Der Angeklagte fühlte sich offenbar gedemütigt, weil ihm in dem Polizeiposten nicht das erhoffte Gehör geschenkt worden war. Als er sich über einen angeblich falschen Strafbefehl beschweren wollte, hatte sich der angesprochene Polizist für nicht zuständig erklärt. Daraufhin habe der Abgewiesene beschlossen, sich zu rächen, heißt es in der Anklage. Als er an der Sicherheitstür scheiterte, habe er eine andere Tür "brachial eingetreten". Mit einem Messer habe er einen Polizisten schwer verletzt. Als dessen Kollege zu Hilfe gekommen sei, habe der Eindringling auch diesen mit dem Messer verletzt. Das erste Opfer habe trotz schwerer Blessuren seine Waffe ziehen und sechs Schüsse auf den Angreifer abgeben können. Der Beamte konnte durch eine Notoperation gerettet werden.

Der Täter erlitt gleichfalls lebensgefährliche Verletzungen. Beim Prozess war ihm keine Beeinträchtigung mehr anzumerken, als er mit Handschellen und Fußfesseln in den Saal geführt wurde.

Der Chemiker ist 2012 aus seiner syrischen Heimat geflohen. In Deutschland kam er schon vor dem Angriff mit dem Gesetz in Konflikt, gegen ihn wurde wegen Widerstands gegen Polizeibeamte, Körperverletzung und Hausfriedensbruchs ermittelt. Die Schwurgerichtskammer hat für den Prozess sieben Verhandlungstage anberaumt, wobei 24 Zeugen und zwei Sachverständige gehört werden sollen. Nach diesem Zeitplan ist mit einem Urteil am 7. April zu rechnen.

Der Polizeiposten ist seit dem Vorfall geschlossen. Bis zum Sommer soll ein neues Objekt bezogen werden, in dem die Sicherheitsvorkehrungen verbessert werden können.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Täter von Eislingen entschuldigt sich in Abschiedsbrief

Drei Tote in Eislinger Tiefgarage: Der mutmaßliche Täter hat seiner Noch-Ehefrau und deren Freund mit einem Küchenmesser die Kehle durchgeschnitten und sich offenbar durch einen Kopfschuss selbst getötet. Er entschuldigt sich für die Tat in einem Abschiedsbrief. weiter lesen