Polizeiverband fordert Schmerzensgeld

Weshalb artete die Mannheimer Kurdendemo aus? Polizei und Innenministerium prüfen, ob zu wenig Sicherheitsleute der Veranstalter vor Ort waren.

|

Nach den Ausschreitungen am Rande eines kurdischen Kulturfestes in Mannheim will die Polizeigewerkschaft Schmerzensgeld für die verletzten Beamten erstreiten. GdP-Landesvorsitzender Rüdiger Seidenspinner kündigte gestern an, die Interessen der verletzten Mitglieder wahrzunehmen und im zivilrechtlichen Verfahren Schmerzensgeld zu fordern, sobald die Täter ermittelt seien.

Bei den Zusammenstößen am Wochenende wurden 80 Polizisten verletzt. "Dass es nicht zu mehr schweren Verletzungen kam, ist auch der Schutzausstattung der Beamten zu verdanken", sagte Seidenspinner.

Der Kreisverband der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) in Mannheim fordert so genannte Distanzwaffen für alle Polizisten. Wenn auch viele Aggressionen aus dem Schutz von Frauen und Kindern heraus erfolgten, hätte zumindest die Erstürmung der Gebäudedächer und die Verwendung der Dachziegel als Wurfgeschosse gebremst werden müssen.

"Während bei andern Polizeien wie in der Schweiz oder Großbritannien verschiedene Distanzwaffen zur Ausrüstung zählen, hat die deutsche Polizei zwischen Schusswaffen und Schlagstock nur wenig Möglichkeiten zur Abwehr von Personen aus einer Distanz heraus." Die DPolG diskutiert und fordert daher seit langem solche Distanzwaffen, sei es als Gummigeschosse oder als so genannte Taserwaffe, um Randalierern Stromschläge zu verpassen.

Kreisvorsitzender Walter Krech geht davon aus, dass der Veranstalter am Samstag "deutlich zu wenig Sicherheitsleute" Im Einsatz hatte. Die Auflagen der Stadt lagen bei 200. "Wir haben große Zweifel daran. Bei einer Kontrolle gegen Mittag waren nur 30 Sicherheitsleute anwesend. Dies hat möglicherweise zur Hilflosigkeit der Veranstalter beigetragen."

Integrationsministerin Bilkay Öney unterstützte unterdessen die Linie von Innenminister Reinhold Gall (beide SPD), der die Krawalle verurteilt und Konsequenzen etwa für künftige Genehmigungen solcher Festivals angekündigt hatte. "Konflikte dürfen nicht mit Gewalt ausgetragen werden", sagte Ministerin Öney. Vorrang müsse haben, dass die Integrationsprobleme gelöst werden. Minderheiten wie die Kurden könnten sich da miteinbringen.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Ulmer Basketballern gelingt der siebte Streich

Das Ratiopharm-Team setzt sich zuhause mit 72:69 gegen Würzburg und setzt seine Erfolgsserie fort. Das Duell zweier ehemaligen Ulmer Teamkollegen gerät zur eindeutigen Sache. weiter lesen