Polizei räumt "Black Jackets" in Heilbronn ab

26 Mitglieder der örtlichen "Black Jackets"-Gruppe hat die Heilbronner Polizei festgenommen. Ihnen werden mehr als 20 schwere Straftaten angelastet.

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Jacken mit dem Emblem der "Black Jackets" wurden in Heilbronn beschlagnahmt, weil sie für Straftaten benutzt worden sein könnten. Foto: Polizei

Heilbronn. "Wir wehren den Anfängen und gehen ganz massiv ran", kommentierte Roland Eisele, Chef der Polizeidirektion Heilbronn, einen schweren Schlag gegen die örtliche Gruppe der "Black Jackets". "Wir tolerieren solche Gruppierungen nicht." Nach einer Razzia in Heilbronn und Umgebung wird gegen 26 Mitglieder ermittelt, acht Personen wurden verhaftet, darunter der Präsident (36), ein Türke, und sein Stellvertreter, ein 20-jähriger Deutschiraner. "Wir haben die erste und zweite Hierarchieebene komplett abgeräumt", sagte Leitender Oberstaatsanwalt Frank Rebmann.

Die "Schwarzkittel" haben 2009 in Heilbronn ihr "Chapter" gegründet, 2010 fielen sie beim Volksfest auf, 2011 wagten sie einen Marsch durch die Stadt. Die Polizei hatte stets ein Auge auf die Umtriebe. "Sie verbreiten Angst und Schrecken durch ihr Auftreten und ihre niedrige Gewalthemmschwelle", erklärte Eisele.

Eine Ermittlungsgruppe mit dem spanischen Namen "Sufinal" (Euer Ende) sammelte seit Februar Beweise gegen die Bande, deren zumeist türkische Mitglieder zwischen 18 und 23 Jahre alt sind. Den Verdächtigen werden weit über 20 Straftaten zur Last gelegt, darunter Raubüberfälle, Wohnungseinbrüche, Rauschgifthandel, Erpressung, Landfriedensbruch, Körperverletzung, auch Freiheitsberaubung. Der Staatsanwalt geht von mehrjährigen Haftstrafen aus.

In Stuttgart müssen sich seit gestern sechs "Black Jackets" aus Ludwigsburg vor dem Landgericht verantworten. Sie sind angeklagt wegen Drogenhandels, Manipulation von Geldspielautomaten und Schutzgelderpressung.

Schwarze Jacken, ein Pitbull als Wappentier, das eingestickte Versprechen "Friends forever" (Ewige Freunde) kennzeichnen die Banden, die organisiert sind wie Rocker, obwohl sie nicht mit dem Motorrad unterwegs sind. Die Ursprünge gehen auf einen Zusammenschluss meist junger Türken 1985 in Heidenheim zurück. Inzwischen gibt es allein in Baden-Württemberg 24 "Chapter". Wer aussteigen möchte, werde mit einem Messer "gezeichnet", sagte Polizeidirektor Eisele.

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