Polizei intensiviert die Jagd nach Einbrecherbanden

Die Polizeipräsidien reagieren mit Kontrollen auf die starke Zunahme von Einbrüchen. Mit Großaktionen an Autobahnen sollen Diebe geschnappt werden. Doch es geht auch darum, Tatkraft zu demonstrieren.

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Polizeikontrolle nach den Auswahl-Kriterien "Augen, Nase, Bauch": An der Autobahn 8 bei Sindelfingen versuchen Polizeikräfte in einer konzertierten Aktion, Einbrecher aufzuspüren.  Foto: 

Riccardo Bellarti (54) nutzte den Zwangshalt für eine besondere Art der Fortbildung. Aufmerksam verfolgte er gestern das Gewusel von 35 Polizisten, Zöllnern und Steuerfahndern auf der Rastanlage Sindelfinger Wald an der Autobahn 8. "So ein Riesending habe ich bisher nur im Fernsehen gesehen", sagte der Messebauer aus St. Margrethen im Kanton Sankt Gallen. Er selber und sein Kollege hätten nichts zu befürchten, "wir sind anständige Handwerker".

Das Duo aus der Schweiz wollte eigentlich nur einen Fahrertausch vornehmen, als sich plötzlich die Beamten intensiv um sie kümmerten: Ausweise, Führerscheine, Gepäck, Ladung, woher, wohin? Ansonsten lotsten Polizisten und Zöllner in Zivilautos - im Branchenjargon "Jägerfahrzeuge" - ihrer Ansicht nach verdächtige Zeitgenossen auf den Parkplatz. "Augen, Nase, Bauch sind dabei die wichtigsten Hilfsmittel", erklärte Hauptkommissar Matthias Fell (49), Leiter der Autobahnfahndung beim Polizeipräsidium Ludwigsburg. Konkret wurde er nicht, wies aber darauf hin, dass es "gewisse Länder" gebe, die in der Kriminalitätsstatistik gehäuft auftauchten, etwa Rumänien und Georgien.

Weil immer öfter eingebrochen wird, verstärkt die Polizei Fahndung und Kontrolle. Täglich schwärmten die Einheiten aus, sagte der Ludwigsburger Polizeisprecher Peter Widenhorn. Sie würden dabei unterstützt von Kräften des Polizeipräsidiums Einsatz in Göppingen. In ländlichen Gebieten könnten Reiter ihre erhöhte Position im Pferdesattel nutzen, um ins Dickicht flüchtende Täter zu schnappen.

Seit den konzertierten "Brennpunkteinsätze" sei die Zahl der Einbrüche zurückgedrängt worden, teilte Widenhorn mit. Allerdings ist er sich im Klaren darüber, dass die Statistiken für Dezember (152 Fälle) und Januar (123) noch nicht wirklich aussagekräftig sind. Gerade im Bereich des Ludwigsburger Polizeipräsidiums müssen Erfolge vorgewiesen werden können, ist doch dort der Zuwachs an Einbrüchen offenbar doppelt so hoch wie im Landesschnitt. Die Kooperation auf dem Rastplatz war denn auch als "Steigerung des Sicherheitsgefühls der Bürger" gedacht, räumte Widenhorn ein.

Die Kontrolle hatte gestern morgen kaum begonnen, schon klickten die Handfesseln. In einem Golf mit Heidelberger Kennzeichen saß ein Georgier (21), der wegen "gewerbs- und bandenmäßiger Wohnungsdiebstähle" zur Festnahme ausgeschrieben war. Seine beiden 30 Jahre alten Begleiter waren zwar "einschlägig" aufgefallen, aber gegen sie lag kein Haftbefehl vor.

Auffallend viele Männer wurden angehalten, die meisten zwischen 20 und 50. Frauen in reiferem Alter fallen durchs Raster. "Es ist nicht ganz abwegig, für den Transport von Diebesgut ältere Damen einzusetzen", sagte der Pressesprecher, "aber wir haben keine entsprechenden Erkenntnisse."

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