Politik und Bahn feiern S-21-Tunnel

Der grüne Oberbürgermeister Fritz Kuhn bekennt sich bei einer Durchschlagsfeier klar zum Bahnprojekt Stuttgart 21.

|

Grünen-Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat sich klar zum Bahnprojekt Stuttgart 21 bekannt. Die Mehrheit im Gemeinderat und er selbst seien der Meinung, dass das Milliardenvorhaben der Kommune gut tue, sagte er bei der ersten Tunneldurchschlagsfeier für Stuttgart 21 am Montag. „Die Stadt steht an der Seite derer, die das Projekt zeitnah und qualitätsvoll beenden wollen“, sagte er bei der Zeremonie am Tunnel vom Stadtteil Bad Cannstatt zum Nordkopf des geplanten Tiefbahnhofs. Die Einhaltung des Terminplans sei wichtig, weil Stuttgart 21 der Stadt „Stress“ mache. Bei der Grundsteinlegung für den Tiefbahnhof im September war kein Grünen-Politiker zugegen gewesen. Redner von Bahn und CDU lobten Kuhns Auftritt. Kritik kam von den Stuttgart-21-Gegnern.

Ein Bagger riss in einem symbolischen Akt ein Loch in eine dünne Wand, hinter der sich Mineure versammelt hatten. Zuweilen waren 300 Menschen an dem Tunnelvortrieb beteiligt. Der Cannstatter Tunnel ist 3,5 Kilometer lang und wurde in 33 Monaten gebaut.

Bahnchef Rüdiger Grube strebt nach wie vor Ende 2021 für die Inbetriebnahme des S-21-Tiefbahnhofs an, wie er auf der Feier betonte. Das sei zwar sehr ambitioniert, aber man wolle das Momentum für die Bauunternehmen nicht herausnehmen. Die Bahn investiere eine dreistellige Millionensumme, um das Risiko einer zeitlichen Verzögerung von zwei Jahren zu minimieren. Grube bekannte sich zum Vorhaben: „Ich stehe 100-prozentig zu Stuttgart 21.“ Für ihn sei der erste Durchschlag bei einem S-21-Tunnel ein „emotionaler Höhepunkt“.

Kuhn appellierte an alle Projektpartner, auch angesichts bevorstehender Rechtsstreitigkeiten an einem Strang zu ziehen. „Wenn hinter jedem Bagger zwei Juristen stehen, schaffen wir das 2021 nicht.“ Die Bahn will noch in diesem Jahr Klage beim Verwaltungsgericht Stuttgart einlegen. Damit will sie die Partner an der Finanzierung der voraussichtlichen Mehrkosten von zwei Milliarden Euro zu 65 Prozent beteiligen. Die Gesamtkosten liegen laut Bahn bei bis zu 6,5 Milliarden Euro.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Schwörmontag: Der besondere Ulmer Bürgergeist

Der Vormittag verregnet, nachmittags ganz passabel und abends richtig schön: Das Wetter hatte am Montag alles im Angebot, was die Ulmer aber nicht davon abhielt, ausgiebig zu feiern. weiter lesen