Patientinnen sexuell bedrängt: Berufsverbot

Ein Schönheitschirurg hat zugegeben, Patientinnen begrabscht, befummelt und geküsst zu haben. Gestern fällte das Gericht sein Urteil.

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Das Mannheimer Schöffengericht hat einen Schönheitschirurgen zu 20 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Der international renommierte Arzt hatte Patientinnen in seiner Privatklinik sexuell bedrängt. Das Gericht verhängte zudem eine Geldauflage von 30 000 Euro und ein vierjähriges Berufsverbot. In dieser Zeit darf er Frauen hierzulande weder behandeln noch kosmetisch oder plastisch operieren. Auch ist es ihm untersagt, Frauen auszubilden. Jetzt will der 61-jährige Familienvater in Brasilien weiter praktizieren.

"Sie haben jegliche berufliche Reputation verloren", sagte der Vorsitzende Richter Helmut Bauer. Der Angeklagte habe das Vertrauen der Frauen missbraucht, sich an deren Nacktheit erregt und "überschießende sexuelle Fantasien" ausgelebt. Der Deutsch-Brasilianer wirkte nach der Urteilsverkündung erleichtert. "Was passiert ist, ist nicht wieder gut zu machen", sagte er. Er habe die Nähe zu Patienten gesucht, das sei "unsere brasilianische Art".

Noch in diesem Jahr wird er nach Brasilien ziehen, wo er aufgewachsen ist, und will dort weiter operieren. Es lägen bereits viele Anmeldungen vor. "Patienten sind mein höchstes Gut", sagte er. 30 000 habe er in seiner Laufbahn operiert. Der Betrieb in der Mannheimer Privatklinik läuft mit dem angestellten Personal weiter.

Die dort begangenen Taten seien "gravierend" sagte Richter Bauer. Der Arzt hatte zwei fast nackte Patientinnen an sich gedrückt, sich an ihnen gerieben und sie gestreichelt. Eine Frau auch unter dem Slip. Einer narkotisierten Patientin steckte er die Zunge ins Ohr und küsste sie. Eine Auszubildende hatte der Arzt an den Hintern gefasst. Das Gericht befand ihn der sexuellen Nötigung in drei Fällen und eines sexuellen Missbrauchs Widerstandsunfähiger sowie der Beleidigung für schuldig.

Der Angeklagte hat die Vorwürfe pauschal eingeräumt, sich brieflich bei den Frauen entschuldigt und freiwillig ein Schmerzensgeld gezahlt.

Möglicherweise waren es nicht die einzigen Übergriffe. In Internetforen kursierten ähnliche Vorwürfe, sagte der Richter. Und er zitierte aus einem anonymen Brief einer früheren Patientin: Demnach habe der Arzt einen Preisnachlass für die geplante Brustvergrößerung angeboten wenn sie ihn oral befriedige.

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