Neue Bankdaten aufgetaucht

Betrugsprozess in Karlsruhe: Das Geflecht von Bestellungen und nicht erfolgten Lieferungen ist schwer durchschaubar. Die Verteidigung bringt neue Konten zur Sprache, die Richterin setzt weitere Termine an.

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In Karlsruhe wegen Betrugsvorwürfen vor Gericht: Arno Glesius, früher Profi des Karlsruher SC und kurze zeit auch Vereins-Vizepräsident.  Foto: 

Das Verfahren gegen den ehemaligen Fußballprofi Arno Glesius und zwei Mitangeklagte zieht sich in die Länge. Die Verteidigung meldete gestern vor dem Amtsgericht Karlsruhe weiteren Klärungsbedarf zu Kontobewegungen an und brachte die Möglichkeit ins Gespräch, die Hauptverhandlung auszusetzen. Ein Urteil wird frühestens am 18. März erwartet.

Der 49-jährige Glesius muss sich wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs in 23 Fällen verantworten. Zusammen mit den beiden Mitangeklagten soll er die Unfallkasse Baden-Württemberg, bei der Glesius als Sachbearbeiter für die Bestellung von Büromaterial zuständig war, um fast 134 000 Euro geprellt haben. "Ich war in Geldnot", hatte der Ex-Stürmer des Karlsruher SC beim Prozessauftakt am 3. Februar gesagt.

Die im April 2012 aufgeflogenen Betrügereien sind unstrittig. Unklar ist jedoch, welche Rolle die drei Angeklagten dabei spielten. Über den Stand der Beweisaufnahme im Prozess sagte die Vorsitzende Richterin Annette Beese: "Wir haben die Rechnungen alle angeschaut. Lieferscheine gab es nicht, weil ja nichts geliefert wurde." Es seien noch Ermittlungen nötig, die in der Hauptverhandlung kaum möglich seien, sagte Rechtsanwalt Günter Bär, der einen der angeklagten Firmenmanager vertritt. So gebe es Konten von Glesius, die in der Beweisaufnahme bisher nicht berücksichtigt worden seien und nicht in den Akten auftauchten. Dabei sei es zu umfangreichen Bareinzahlungen gekommen.

Beese bat den Anwalt, bis zur nächsten Verhandlung am 3. März einen Bericht darüber vorlzulegen. "Wir spielen jetzt diesen Ball in den Strafraum und schauen, was passiert", sagte der Verteidiger nach dem Ende der Verhandlung.

Die Unfallkasse ist die Versicherung für die Beschäftigten des Land und der Kommunen. Einen Teil der Schadenssumme hat die Kasse von den Firmen bereits zurückerhalten.

Glesius stürmte von 1986 bis 1992 für den KSC. 2009/10 war er kurz KSC-Vizepräsident.

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