Nationalkicker Cacau läuft Sturm gegen Windenergie

Prominente Sportler verhelfen einer Bürgerinitiative gegen Windenergie zu Aufwind. Gegen die Pläne läuft auch der Nationalspieler Cacau Sturm.

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VfB-Fußballer Cacau: Wenn es um Windkraftanlagen geht, vergeht ihm das Lachen. Foto: Eckard Eibner

Im Stadtwald von Waiblingen sollen bis zu zehn Windräder aufgestellt werden, jedes einzelne etwa so hoch wie der Stuttgarter Fernsehturm. Doch die ausgesuchten 233 Hektar des kommunalen Forstes liegen abseits der Stadt mit 54 000 Einwohnern. Als denkbaren Standort für die Rotoren hat Oberbürgermeister Andreas Hesky (Freie Wähler) die Buocher Höhe ausgesucht, eine bewaldete Erhebung über dem Remstal. Dieser Landstrich mit drei Naturdenkmälern und elf Biotopen gilt nicht nur als Idyll, er verhilft auch den umliegenden Gemeinden Korb, Winnenden und Remshalden zu hohem Stellenwert als attraktive Wohnorte.

Die über 250 Mitglieder der "Bürgerinitiative Naherholungsgebiet Buocher Höhe" (BNB) wehren sich seit geraumer Zeit gegen Heskys Pläne, fanden dafür allerdings nicht die erhoffte Resonanz. Erst seit sich prominente Sportler den Widerständlern angeschlossen haben, findet die BNB mehr Gehör. Drei Fußballer und ein Autorennfahrer haben sich bei den Verteidigern des Höhenzugs gemeldet, weil sie um Ruhe, Gesundheit und Besitz im Weinort Korb fürchten, wo sie sich niedergelassen haben.

Der Ex-Fußballer Hansi Müller (55), 42-facher Nationalspieler, Weltmeister von 1978 und amtierender Aufsichtsrat beim VfB Stuttgart, lehnt die Anlagen ebenso ab wie Spielerberater Silvio Meißner (39), bis 2008 im Trikot des VfB - und der 23-fache Nationalkicker Cacau (31). Vierter im Promi-Bunde ist Joachim Winkelhock (52), ein aus der Gegend stammender Rennfahrer, dem vor rund 20 Jahren bei der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft vier Siege glückten.

"Das ist Wahnsinn", kritisierte Müller die angedachte Rotorengalerie vor der Haustür. "Ich kann das nicht nachvollziehen", attestierte Meißner. "Da wird"s mir schwindelig", sagte Winkelhock und meinte nicht seine Runden auf Asphaltpisten, sondern den Gedanken an die Windräder in seiner Nachbarschaft. Alle beklagen die Zerstörung der Landschaft, den Kahlschlag des Waldes, die optische Beeinträchtigung, Gefährdung des Wohlergehens.

Wegen des Medienechos erscheint das Engagement der Sportler wie ein Glücksfall für die Anti-Wind-Gruppe. "Es wird jetzt mehr diskutiert", bestätigte BNB-Sprecherin Yvonne Fink. Allerdings verhehlt sie nicht, dass der Wind auch aus einer anderen Richtung weht. Den Promis halten Kritiker vor, dass sie lediglich den Wert ihrer noblen Anwesen im Auge hätten, sonst aber keinen Beitrag für die erneuerbaren Energien leisten. Sie wollten "ihr Wohnprivileg verteidigen", vermutete der Autor eines Leserbriefs, ein anderer warf dem Quartett eine "Hetzkampagne" vor.

Dass sich tatsächlich eines Tages auf der Buocher Höhe die Dreiflügler zur Stromerzeugung drehen, ist noch nicht entschieden. Zuerst soll ein Jahr lang gemessen werden, ob genügend Wind bläst. "Wir wollen uns rechtzeitig wehren", erklärte Yvonne Fink, "damit es uns nicht ergeht wie mit Stuttgart 21."

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