Narrenzünfte setzen bei der Fastnacht auch auf Flüchtlinge

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Schwäbische Narren und Flüchtlinge schunkeln zusammen - ginge es nach der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN), wäre das ein Bild, dass man bei der nächsten Fastnacht öfter sehen dürfte. „Viele Zünfte versuchen, Flüchtlinge zu integrieren und ihnen zu vermitteln, worum es bei der Fastnacht geht“, sagte VSAN-Sprecher Volker Gegg. Bei einigen Umzügen seien schon im letzten Jahr Flüchtlinge mitgelaufen. „Bei uns kommt es nicht auf die Nationalität an, Hauptsache die Mentalität stimmt.“ Er sieht in der Zuwanderung auch eine Chance, neue Menschen für eine ehrenamtliche Tätigkeit in den Zünften zu gewinnen.

„Wir haben keine speziellen Veranstaltungen für Flüchtlinge, sind aber offen für alle Interessierten“, sagte auch der Präsident des Alemannischen Narrenrings (ANR), Augustin Reichle. Er sieht aber noch viele Hindernisse, die eine Einbindung von Flüchtlingen erschweren. Das sei auch verständlich. „Fasnet spaltet die Leute generell.“ Was ihm schon im vergangenen Jahr aufgefallen sei: „Viele Flüchtlinge standen bei den Umzügen am Straßenrand und waren neugierig, was da passiert.“

Bislang gibt es aber noch nicht allzu viele Berührungspunkte zwischen den Zünften und Asylbewerbern. Immerhin: Vor zwei Jahren hatten sich 39 Männer aus dem westafrikanischen Land Gambia am Umzug in Rottenburg beteiligt - samt Büffelmaske und Tänzen aus der Heimat. Die Teilnahme sei aber eine einmalige Aktion geblieben, sagt Ernst Heimes. Ein Teil der Flüchtlinge lebe bereits in anderen Städten, die Gruppe wäre deutlich kleiner als bei der Premiere. „Wenn es nur ein mageres Häufchen wäre, das noch mitläuft, täte mir das leid für sie“, sagt Heimes. Er hat angeregt, die Büffelmaske einem Fastnachts-Museum zur Verfügung zu stellen - eine Idee, die den Gambiern gefalle, so Heimes. 

Webseite Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte

Webseite Alemannischer Narrenring

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