Narren nehmen Abschied von der Fastnacht

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Ein Federahannes, eine Rottweiler Narrenfigur, beim Narrensprung. Foto: Patrick Seeger/Archiv

Das war es für diese Saison: Mit großem Jammern und Wehklagen haben die Narren in Baden-Württemberg Abschied von der diesjährigen schwäbisch-alemannischen Fastnacht genommen. In den Hochburgen war am Aschermittwoch Kehraus - Narren gaben die Schlüssel der Rathäuser und damit ihre Macht zurück, Narrenbäume wurden gefällt, in vielen Orten wurde die Fastnacht auch in Form einer Stroh-Hexe verbrannt, ersäuft oder vergraben. „Die Trauer ist groß“, sagte der Sprecher der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte. „Aber ab Mitternacht heißt es wieder: Es goht drgege!“

In Freiburg kamen die Narren zur traditionellen Geldbeutelwäsche zusammen. Sie reinigten ihre Geldbeutel, die sich zur Narrenzeit vollständig geleert haben und die sich bis zur nächsten Saison möglichst schnell wieder füllen sollen und hingen sie anschließend zum Trocknen an einer Wäscheleine auf. Zudem beklagten sie lautstark und in Reimen das Fastnachtsende, dabei wurde so manche Träne verdrückt. Auch in Wolfach im Ortenaukreis und in Rottenburg (Kreis Tübingen) werden am Aschermittwoch traditionell Geldbeutel gewaschen.

In Konstanz wird die Fastnacht traditionell schon um Mitternacht zum Aschermittwoch verbrannt: Seit den 70er Jahren wird dort eine überlebensgroße Fastnachtsfigur, der Blätz, gebaut und im Inneren mit einer großen Anzahl von Knallkörpern gefüllt. „Dieser Riesenblätz wurde abends am Blätzleplatz angezündet. Fast eine halbe Stunde lang flogen die Knallfrösche und Heuler den vielen Zuschauern krachend, zischend und pfeifend um die Ohren, bis nur noch ein Häufchen Asche von der Figur übrig blieb“, heißt es bei der Zunft. „Dieser Brauch wird bis zum heutigen Tage gepflegt.“

Vielerorts werden zum Abschluss der närrischen Tage zudem Herings- und Stockfischessen organisiert. Mit dem Ende der Narrenzeit beginnt die 40-tägige christliche Fastenzeit. Sie ist die Vorbereitung auf Ostern, dem Fest der Auferstehung Jesu Christi.

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