Gut dotierter Posten: Wird die Nachfolge des Flughafen-Chefs zum Politikum?

Der 63-jährige Georg Fundel wird Ende April als Stuttgarter Flughafen-Chef aufhören. Wer den hoch dotierten Posten übernimmt, ist völlig offen. Die Entscheidung liegt bei den Grünen.

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Abschied nach fast 21 Jahren: Airport-Chef Fundel.  Foto: 

Noch ist er da. Aber am 28. April macht Georg Fundel die Tür hinter sich zu und ist dann weg. Aus. Ende. Nach fast 21 Jahren verlässt der 63-jährige Manager den Flughafen Stuttgart. Und noch ist kein Nachfolger für den Mann mit der Fliege in Sicht. Voraussichtlich leitet der fürs Kaufmännische zuständige Geschäftsführer Walter Schoefer ab Mai den Flughafen so lange alleine, bis der Nachfolger da ist.

Die Vakanz, wenn sie denn eintritt, hätte nicht sein müssen. Schon 2015 hatte Fundel dem Aufsichtsrat gesagt, dass er kurz nach seinem 63. Geburtstag ausscheiden werde. Doch die Suche kam verspätet in Gang, wohl mit Rücksicht auf die Landtagswahl. Das Verkehrsressort, das für den Flughafen zuständig ist, blieb aber auch nach Wahl in der Hand der Grünen. Und die haben sich im Benehmen mit dem Koalitionspartner CDU das Vorschlagsrecht für die Besetzung des lukrativen Spitzenjobs am Flughafen gesichert. Das Land ist zu 65, die Stadt Stuttgart zu 35 Prozent am Flughafen beteiligt. Mit über 300 000 Euro Jahresgehalt gehört der Posten des Flughafen-Chefs zu den bestbezahlten bei den Beteiligungsgesellschaften und Eigenbetrieben des Landes und der Landeshauptstadt.

Kuhn hat Headhunter engagiert

Parteien wählen bei Besetzungen mit Vorliebe jemanden aus ihrem Dunstkreis aus. Und so war auch schon im September 2016 der Jurist Florian Stegmann im Gespräch, Ministerialrat für Finanzen, Haushalt und Steuern im Staatsministerium. Verkehrsminister Winfried Hermann, der dem Aufsichtsrat der Flughafen GmbH vorsitzt, versichert nun, dass nicht die Parteizugehörigkeit des Bewerbers entscheiden soll, sondern die Kompetenz.  Er verspricht ein „faires, professionelles Verfahren“. „Dafür stehe ich und dafür steht auch Fritz Kuhn“, sagt er. Klar ist auch, dass Hermann und Kuhn von Fundels Nachfolger erwarten, dass er das Projekt „Fairport“  mit Nachdruck weiterbetreibt. Dabei geht es um nachhaltiges Wirtschaften und Verringerung der Schadstoff-Emissionen.

Kuhn leitet die Personalkommission, die der Aufsichtsrat für die Suche nach dem neuen Geschäftsführer gebildet hat. Der Stuttgarter Oberbürgermeister lässt sich jedoch nicht in die Karten schauen. Jetzt erst recht nicht, nachdem die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Anna Deparnay-Grunenberg, zu seinem Ärger ihren Parteifreund Stegmann ins Spiel gebracht hatte, der dem Aufsichtsrat des Flughafens als stellvertretendes Mitglied angehört. Kuhn hat inzwischen einen Headhunter angesetzt. Bisher hat es dem Vernehmen nach aber noch nicht einmal ein Vorstellungsgespräch gegeben.

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