Nach Schießerei in Heidenheim: Todesschütze auf der Flucht

Nach einer Schießerei in Heidenheim ist ein Verdächtiger auf der Flucht. Der Mann soll seinen Schwager im Streit getötet und dessen Ehefrau verletzt haben.

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Mit großem Polizeiaufgebot ging auch gestern die Suche nach dem Mann weiter, der in der Nacht zum Sonntag in der Kneipe „Palma“ in Heidenheim seinen Schwager nach einem Familienstreit mit einem Kopfschuss getötet und seine Frau verletzt haben soll. Der mutmaßliche Täter, der 34-jährige Manolis K., konnte nach der Schießerei untertauchen. An der Suche waren auch Hundeführer und ein Polizeihubschrauber beteiligt. Die Polizei fahndet vor allem im Raum Heidenheim und Giengen nach dem Verdächtigen. Aber auch bundesweit sind die Behörden alarmiert. Eine Spur von dem Flüchtigen gab es bis zum Abend jedoch nicht.

„Es ist nicht auszuschließen, dass sich der Mann noch im Raum Heidenheim befindet, deshalb suchen wir mit großem Nachdruck“, sagte Wolfgang Jürgens, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ulm. Vor allem in Giengen, Herbrechtingen und in Heidenheim wurde die intensive Fahndung auch öffentlich bemerkt. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Verdächtige noch immer bewaffnet unterwegs ist.

Wie die Polizei gestern außerdem mitteilte, wurde das Fluchtfahrzeug, mit dem sich er Mann vom Tatort entfernte, bereits am Sonntagabend in einem Industriegebiet in Herbrechtingen bei Heidenheim von einer Polizeistreife entdeckt und sichergestellt. Es wurde von der Spurensicherung untersucht.

Der Gesuchte soll seinen Schwager getötet und seine Ehefrau verletzt haben. Der 34-Jährige soll kurz vor 2.30 Uhr in die Gaststätte gekommen sein. Die Kneipe wird von der Frau des mutmaßlichen Schützen und deren Bruder betrieben. Nach Polizeiangaben hat sich zwischen den drei Personen ein Streit entwickelt. In dessen Verlauf soll der 34-Jährige in der Gaststätte mehrmals geschossen haben. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei traf einer der Schüsse den Schwager in  den Kopf. Der 24-Jährige starb an den Folgen der Verletzung. Seine Schwester wurde ebenfalls verletzt.

Anschließend flüchtete der 34-Jährige. Die Polizei leitete auch eine überörtliche Fahndung ein. Bisher ohne Erfolg.

Wie Augenzeugen berichten, war der Bereich um den Tatort bis in die Morgenstunden weiträumig abgeriegelt. Im Lokal sicherte die Polizei umfangreiche Spuren und befragte auch zahlreiche Zeugen, auch um Hinweise auf den Flüchtigen zu bekommen. Die Tür zum Lokal ist mittlerweile polizeilich versiegelt, ansonsten weist nichts mehr auf das nächtliche Verbrechen hin.

Die Kriminalpolizei hat zur Klärung der Tat eine Sonderkommission eingerichtet. Gegen den Tatverdächtigen erwirkte die Staatsanwaltschaft Ellwangen mittlerweile beim zuständigen Richter einen Haftbefehl.

Immer wieder tödlicher Familienstreit

August 2016 In Rheinstetten (Kreis Karlsruhe) wird ein 60-Jähriger getötet. Der mutmaßliche Täter ist ein 67-Jähriger, der den  Schwiegervater seines Sohnes  mit einem Messer getötet haben soll. Die Ehefrau des 67-Jährigen wollte sich angeblich von ihm trennen. Er soll das Opfer für einen Nebenbuhler gehalten haben. Im Handgemenge war der 67-Jährige selbst schwer verletzt worden. Sein Sohn hatte ihn noch von der Attacke abhalten wollen.

Juli 2016 In Ravensburg bringt ein 53-Jähriger seine thailändische Ehefrau und die beiden 14 und 18 Jahre alten Stieftöchter mit einem Beil und einem Messer um. Nur die fünf Jahre alte gemeinsame Tochter des Paares überlebte. Anlass für die Bluttat war womöglich, dass er die Trennung von seiner Frau befürchtete. Knapp sieben Wochen nach der Familientragödie nahm sich der mutmaßliche Täter das Leben. Der 53-Jährige wurde erhängt auf der Toilette der Justizvollzugsanstalt in Ravensburg gefunden. Es wurden mehrere Abschiedsbriefe gefunden.

Oktober 2015 In Stuttgart-Riedenberg  ersticht ein Mann seine 43 Jahre alte Ehefrau, seinen 16-jährigen Sohn und den Hund der Familie – mit mehr als 80 Messerstichen. Im Juni wird der 53-Jährige zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die Frage nach dem möglichen Motiv blieb auch im Prozess unbeantwortet. dpa

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