Nach S-21-Kritik sagt Uni Stuttgart Grube-Ehrung ab

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Wegen befürchteter Störungen durch Stuttgart-21-Gegner kann die Jahresfeier 2012 der Universität Stuttgart am 16. November nicht stattfinden. Die Hochschule gab gestern die Stornierung bekannt, nachdem auch ihr Festredner, Prof. Wolfgang Kinzelbach von der ETH Zürich, in Anrufen und Emails bedroht worden sei und deshalb abgesagt habe.

Hintergrund ist die Verleihung der Ehrensenatorwürde an Bahnchef Rüdiger Grube - der aus Termingründen gar nicht hätte teilnehmen können. Rektorat und Senat äußerten ihr "Bedauern." Nach einer "unsachlichen, öffentlichen Kampagne gegen diese Ehrung" sei aber eine "die Gebote von Respekt und Ordnung garantierende Durchführung der Veranstaltung nicht mehr möglich." Unter anderem hatte sich der Enkel des Bahnhof-Architekten Paul Bonatz, Peter Dübbers, äußerst kritisch zur Grube-Ehrung geäußert. Grube, der seit Jahrzehnten Vorlesungen an der Universität hält und Projekte betreut, wird mit der Ehrensenatorwürde ausdrücklich auch für die "großzügige Forschungsförderung" gedankt. Der einstimmig von den Gremien gutgeheißene Vorschlag für die Ehrung kam vom Institut für Eisenbahnwesen. "Wir denken nicht daran, die Entscheidung zu hinterfragen", sagte ein Sprecher. Wann und wie die Verleihung stattfinden soll sei noch nicht festgelegt.

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Kommentare

14.11.2012 11:33 Uhr

Antwort auf „@ Achim Binder: Lesen müsste man können”

@ Bernhard Kraus: Vielen Dank für die persönlichen Angriffe.
Sie zeigen leider die Unfähigkeit, im Netz einen Smiley zu interpretieren. Letzterer wurde leider nicht in ASCII-Text dargestellt, sondern vom System automatisch zu einer schlecht erkennbaren Grafik verhunzt. Das Auslachen haben sie ja schon systemoptimiert drauf ( :D ).
Im Klartext es handelt sich um ein Augenzwinkern, da ich die Mißverständlichkeit bei flüchtigem Lesen aufzeigen wollte. Diesen Kalauer konnte ich mir nicht verkneifen. Wenn man also schon so hochgebildet ist, wie Sie, könnte man auch mal eben schnell die Bedeutung dieses Zeichens nachgoogeln, bevor man in die üblichen persönlichen Angriffe übergeht, ohne zur Sache etwas beizutragen.
Schön, daß ich anscheinend ein Sprecher der (aller?) Bürger in BW bin. Vielen Dank für diese Ehre.
Über weitere persönliche Angriffe freut sich
Ihr Achim Binder.

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10.11.2012 16:21 Uhr

Überheblichkeit?

Wenn Journalisten eine derart hochwertige akademische Ausbildung genossen haben, wie dies hoffentlich bei den SWP Redakteueren der Fall ist, kann durchaus erwartet werden, dass sie Texte formulieren, die unmissverständlich sind.
Auch wenn immer noch kongnitive Spätzünder, S21 als Fortschritt wahrnehmen, ändert dies zum Glück nichts an den mittlerweile auch breiten Bevölkerungsschichten zugänglichen Tatsachen.
Warum allerdings ausgerechnet ein unfähiger Manager wie Herr Grube geehrt werden muss, der es geschafft hat Milliarden an Steuermitteln zu verschleudern und ein vormals sicheres Massentransportmittel zu potentiellen Risikotransportern umzufunktieren, ist Menschen mit einem gesunden Rechtsempfinden nur schwer erklärbar.
Vetterleswirtschaft und Drehtürmechanismen sind für die meisten ehrlich arbeitenden Bürger/innen eben im Gegensatz zu den betreffenden Politikern, Wissenschaftlern und Industriemanagern nicht vorrangige Lebensaufgabe.

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10.11.2012 14:54 Uhr

@ Achim Binder: Lesen müsste man können

Das steht nicht, dass der Sprecher zur SWP gehört, sondern dass der Sprecher es der SWP mitgeteilt hat.

Man kann sich zu Recht fragen, was das heißen soll, wenn man es zuerst nicht versteht. Aber Ihr Kommentar ist schon eine echte Blamage :D

Die Bürger in BW zeigen wieder mal die Unfähigkeit zum Lesen :D

Dieser Vorfall zeigt, wie viel die Gegner mit echter Bildung anfangen können: Nichts.

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09.11.2012 11:12 Uhr

Richtigstellung

In der Pressemitteilung der Universität steht nichts davon, dass Kinzelbach bedroht worden sei. Auch er selbst hat das nicht behauptet.

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09.11.2012 09:09 Uhr

Aus mangelndem Fingerspitzengefühl und eigenen Fehlern sagt Uni Stuttgart Grube-Ehrung ab

"Wir denken nicht daran, die Entscheidung zu hinterfragen", sagte ein Sprecher der SÜDWEST PRESSE.
Was hat ein Sprecher der SWP damit zu tun? ;-)
Aber egal, dem Artikel jedenfalls sieht man an, dass auch bei der SWP nichts hinterfragt wurde. Bei etwas Recherche wird schnell klar, dass die Uni Stuttgart wie ein beledigtes Kind jetzt die Gegner von Stuttgart 21 für eigene Fehler verantwortlich macht. Ohne jegliches Fingerspitzengefühl und ohne Zutun der S21-Gegner hat die Uni ihren eigenen Ruf demoliert.
Mein Dank gilt Herrn Prof. Wolfgang Kinzelbach, der dieses schmutzige Spiel nicht mitspielt.
Die Presselandschaft in BW zeigt wieder mal die Unfähigkeit zur eigenen Recherche.

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