Nach Protesten in Reutlingen: Pläne für Moschee geplatzt

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Die Pläne für den Umbau des ehemaligen Kaffeehauses "Fritz" in Reutlingen zu einer Moschee haben sich zerschlagen. Der neue Eigentümer reichte bei der Stadtverwaltung inzwischen eine Bauvoranfrage ein, die vom ursprünglichen Vorhaben abweicht. Jetzt soll der Gebäudekomplex mitten im Stadtteil Sondelfingen zu Wohnzwecken umgebaut werden.

Zuvor waren die Pläne der islamischen Glaubensgemeinschaft Ahmadiyya in der Nachbarschaft auf Widerstand gestoßen. Sie wollte in den ehemaligen Gasträumen einen Gebetsraum für 115 Muslime einrichten und ein kleines Minarett bauen. Petenten halten den Standort mitten im Dorf für "unglücklich". Anwohner trugen vor, sie hätten grundsätzlich keine Vorbehalte gegen die Glaubensgemeinschaft. Die Ahmadiyya ist als gemäßigt bekannt und setzt sich für die Gleichstellung von Mann und Frau ein. Viele Muslime lehnen die Reformbewegung als Häretiker ab.

Die Anwohner fürchten um ihre Nachtruhe durch den Parksuchverkehr, wenn in aller Frühe Gläubige mit ihren Autos zum Morgengebet anreisen. Der Pressesprecher der Ahmadiyya-Zentrale in Frankfurt, Dawood Majoka, bezeichnet dies als vorgeschobenen Grund. "Immer und überall gibt es den gleichen Vorwand, weil man rechtlich nichts anderes vorbringen kann", sagt er. Die Religionsgemeinschaft sucht jetzt einen neuen Standort.

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