Nach Amok-Alarm an Memminger Schule beginnen Ermittlungen zu Motiv und Hintergründen

Es hätte eine Katastrophe werden können, doch der Amok-Alarm an einer Memminger Schule ging ohne Blutvergießen zu Ende. Der Tatverdächtige stellte sich nach stundenlangem Nervenkrieg erst am Abend und wurde in eine jugendpsychiatrische Einrichtung gebracht. Nun beginnen die Ermittlungen zu den Hintergründen.

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Es hätte eine Katastrophe werden können, doch der Amok-Alarm an einer Memminger Schule ging ohne Blutvergießen zu Ende. Der Tatverdächtige stellte sich nach stundenlangem Nervenkrieg erst am Abend und wurde in eine jugendpsychiatrische Einrichtung gebracht. Nun beginnen die Ermittlungen zu den Hintergründen.

Inzwischen ist klar, dass die Waffen, die der Junge bei sich trug, dessen Vater gehören. Der 53-Jährige, der eine Waffenbesitzkarte hat und als Sportschütze aktiv ist, hatte die Waffen laut Polizei ordnungsgemäß im Tresorraum des Wohnhauses eingeschlossen. Es gibt derzeit keine Hinweise auf ein Fehlverhalten des Vaters in Bezug auf die Sicherung. Durch eine technische Manipulation habe sich der Sohn Zugang zu dem Tresor verschafft, erklärt die Polizei auf einer Pressekonferenz. Der 14-Jährige hatte drei Waffen bei sich: eine großkalibrige, eine kleinkalibrige und eine Luftdruckpistole.

Er ist mit zwei scharfen Waffen in die Schule gegangen. Hier - wie auch später auf einem Sportgelände in Memmingen - schoss er um sich, offenbar aber nicht gezielt. Nach dem glimpflichen Ende des Großeinsatzes am Dienstagabend ohne Verletzte und der Festnahme des Tatverdächtigen stehen nun die Ermittlungen zu den Hintergründen auf dem Programm: Woher hatte der Jugendliche die Waffen? Warum brachte er sie mit in die Schule und was war der Grund seiner Tat?

Ein Polizeisprecher sagte am frühen Mittwochmorgen, kurz vor der Tat sei die Beziehung des Jugendlichen zu seiner Freundin in die Brüche gegangen. Ob dies in Zusammenhang mit der Tat stehe, sei aber noch unklar. Der Tatverdächtige wurde nach seiner Festnahme am Dienstag in eine jugendpsychiatrische Einrichtung gebracht und sprach dort mit einem Jugendpsychiater. Am Mittwoch soll er dem Haftrichter vorgeführt werden.

Der Jugendliche hatte am Dienstagmittag an seiner Schule im bayerischen <span class="suchwort">Memmingen</span> geschossen und sich anschließend auf einem Sportplatz verschanzt. Nach mehrstündigen Verhandlungen mit der Polizei konnten Beamte den bewaffneten Jugendlichen am Dienstagabend festnehmen, nachdem er weitere Schüsse abgegeben und schließlich aufgegeben hatte. In dem Sportheim auf dem Gelände hielt sich über Stunden auch noch eine Gruppe von etwa 15 Kindern und Erwachsenen auf. Sie war aber nach Angaben des Polizeisprechers in Sicherheit.

Drei Schüler hätten den 14-Jährigen mittags am Eingang des Gebäudes mit Waffen in der Hand gesehen und den Schuss gehört. Danach flüchteten die etwa 280 Schüler sofort mit den Lehrern in die Klassenzimmer und verschanzten sich darin. Mit mehrmaligen Lautsprecherdurchsagen wurden sie aufgefordert, die Räume nicht zu verlassen. Laut ersten Aussagen von Mitschülern hatte es zwischen dem Jugendlichen und Mitschülern vor dem Schuss einen Streit gegeben.

Der Unterricht an der Lindenschule findet bereits heute wieder ganz normal statt.

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