Mit Haut und Haar, aber ohne biogeografische Herkunft

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Die Spitzen von Grünen und CDU haben sich am Dienstag im Koalitionsausschuss auf einen gemeinsamen Vorschlag für eine Erweiterung der DNA-Analyse bei Kapitalverbrechen geeinigt, der bei der nächsten Sitzung des Bundesrats am 10. Februar behandelt werden soll. Danach sollen Fahnder das Spurenmaterial nicht mehr allein zu Bestimmung von Identität und Geschlecht verwenden dürfen, sondern auch zur Feststellung über die Augen-, Haar- und Hautfarbe sowie das biologische Alter der Person.

Justizminister Guido Wolf (CDU), auf den die Initiative zurückgeht, hatte die DNA-Analyse zunächst auch auf die „biogeografische Herkunft“ ausdehnen wollen. Das sollte zeigen, ob ein Verdächtiger etwa aus Europa, Afrika oder Ostasien stammt. Dagegen hatten die Grünen Bedenken angemeldet. „Bei diesem Punkt sehen wir verfassungsrechtliche Probleme. Das wäre ein erheblicher Eingriff in die Grundrechte, weil ganze Gruppen unter Generalverdacht gestellt würden“, sagte der Grünen-Rechtsexperte Jürgen Filius. Die anderen Punkte könne seine Partei aber mittragen. Wolf äußerte sich ebenfalls zufrieden: „Es ist ein schöner Erfolg, dass wir uns in der Regierungskoalition schnell einigen konnten.“

Den Kompromiss will Wolf nun bis Donnerstag in einen konkreten Vorschlag gießen, um ihn noch für die Sitzung des Bundesrats anmelden zu können. rol

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