Ministerin fordert Verschärfung des Waffenrechts

Ministerin Altpeter sieht noch Handlungsbedarf beim Waffenrecht: Jede Waffe weniger bedeute ein Stück mehr Sicherheit, sagt die SPD-Politikerin.

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Katrin Altpeter: Jede Waffe weniger bedeutet mehr Sicherheit.

Das Waffenrecht muss nach Ansicht von Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) weiter verschärft werden, um Amokläufen an Schulen vorzubeugen. "Wir stehen in der Pflicht, das Risiko für den Waffenmissbrauch durch Kinder und Jugendliche so weit wie möglich zu verringern", sagte Altpeter auf einer Tagung in Bad Boll. Sie sprach sich dafür aus, in den Satzungen der Schützenverbände die Vorgabe für einen Ausschluss zu schaffen, wenn Mitglieder Waffen und Munition nicht ordnungsgemäß aufbewahren. Jede Waffe weniger bedeute ein Stück mehr Sicherheit, sagte Altpeter. Da Waffenrecht Bundesrecht sei, sei in erster Linie die Bundesregierung gefragt.

Die FDP-Landtagsfraktion wehrte sich gegen den "dauernden Generalverdacht gegenüber den Sportschützen und Jägern". Die ständigen Rufe nach weiteren Verschärfungen führten nicht weiter. "Waffenmissbrauch lässt sich nicht allein durch ein noch strengeres Waffenrecht bekämpfen", erklärten Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke und Ex-Justizminister Ulrich Goll unisono.

Altpeter sieht in der Schulsozialarbeit einen wichtigen Baustein, um Gewalt vorzubeugen. Das Ministerium bezuschusse die Kosten der Sozialarbeit an Schulen mit bis zu 15 Millionen Euro jährlich. Die Ministerin rief dazu auf, wachsam zu sein, wenn sich bei Kindern und Jugendlichen schwierige Entwicklungen andeuteten. "Dort brauchen wir eine Konfliktkultur und zugleich eine Kultur des Vertrauens."

Die Fachtagung wurde von der Evangelischen Akademie mit dem Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden veranstaltet. Beim Amoklauf von Winnenden und Wendlingen waren im März 2009 insgesamt 15 Menschen erschossen wurden. Der Täter richtete sich selbst. Im Südwesten gibt es laut Innenministerium 150 000 Waffenbesitzer und rund 700 000 Waffen.

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