Minister Gall sieht Trendwende

Landesweit betrachtet ist die Zahl der Wohnungseinbrüche 2015 zurückgegangen. Auch stieg die Aufklärungsquote. Sorge macht SPD-Innenminister Gall die große Zahl ausländischer Tatverdächtigter.

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Sieht die verstärkten Bemühungen der Polizei gegen Einbrecher als erfolgreich: Innenminister Reinhold Gall (SPD).  Foto: 

Wer im Alb-Donau-Kreis wohnt, den kann die am Donnerstag von Innenminister Reinhold Gall (SPD) vorgelegte Bilanz gar nicht freuen: Von 2014 auf 2015 stiegen dort die von der Polizei unter "Wohnungseinbruchdiebstahl" registrierten Delikte so stark an wie nirgends sonst im Land: um 149,5 Prozent; in absoluten Zahlen von 99 auf 247 Fälle. Auch im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm musste ein Zuwachs um 25 Prozent (von 712 auf 895 Fälle) verzeichnet werden.

Ganz anders im Bereich des Polizeipräsidiums Stuttgart, das mit einem Minus von 29,3 Prozent landesweit den größten Rückgang von Einbrüchen verzeichnet. Auch bei den Kollegen in Freiburg wurden "nur" noch 1241 statt 1647 entsprechende Delikte gezählt (minus 24,7 Prozent). Im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald waren es sogar 41,9 Prozent weniger. Und auch im Bereich des Polizeipräsidiums Mannheim gab es statt 1683 "nur" 1492 Wohnungseinbrüche, ein Minus von 11,3 Prozent.

Es sind diese Zahlen, die dazu beitragen, dass Gall mit Blick auf das Jahr 2015 "nach acht Jahren steten Anstiegs" von einer "Trendumkehr" sprechen kann. Bezogen auf das ganze Land wurden 9,1 Prozent weniger Einbrüche notiert: 12.555 gegenüber 13.483 im Jahr 2014. Auf 100.000 Einwohner kamen damals rein rechnerisch 127 Einbrüche; im Jahr 2015 waren es noch 114.

Auch die Aufklärungsquote verbesserte sich mit 17,3 Prozent auf einen "Fünf-Jahres-Höchststand". Dass inzwischen in 44,1 Prozent der Fälle, also knapp der Hälfte, nur ein Einbruchversuch festgestellt wurde, zeige, wie Gall ausführte, dass die Bürger es den Verbrechern zunehmend schwerer machten. Beraten von der Polizei - die Zahl der Kontakte stieg um ein Viertel auf über 19.000 Gespräche - sei der technische Einbruchschutz offenkundig vielfach verstärkt worden. Auch verhalte sich die Nachbarschaft aufmerksamer.

Im Kern aber führt Gall die Erfolge darauf zurück, dass die Polizei die Themen Wohnungseinbruchs und Diebstahl zu einem "Schwerpunktfeld" gemacht habe. Dazu gehörten etwa verstärkte Fahndungsmaßnahmen, die auch dieses Jahr fortgesetzt würden. So seien nach drei groß angelegten Fahndungstagen allein in diesem Monat unter anderem 18 Verdächtige wegen Einbruchdiebstahls festgenommen worden. Und gestern wurde bekannt gegeben, dass die mit bayerischen Beamten gebildete Gemeinsame Ermittlungsgruppe Schwaben nach monatelangen Ermittlungen eine Bande festgenommen wurde, der etwa 80 Einbrüche in der Region Ulm/Neu-Ulm und darüber hinaus zugerechnet werden.

"Besondere Sorge bereitet mir, dass über 55 Prozent der 2015 ermittelten Tatverdächtigten Nichtdeutsche sind, darunter auch 230 Asylbewerber", sagte Gall. Sehr oft handele es um Georgier (aber auch Türken, Kosovaren, Rumänen und Serben). Häufig gehe es gerade bei Einbrüchen um sehr mobile, bandenmäßig handelnde Täter, die die Ermittlungen schwierig machten.

Dass sich die Polizei von der Justiz nicht immer optimal unterstützt sieht, räumte Landeskriminaldirektor Martin Schatz, ranghöchster Kripobeamter im Land, ein: "Es läuft nicht überall gut." Die polizeilichen Ermittler seien auf "niedrigschwellige Befugnisse" angewiesen, die ihnen freilich nicht immer gewährt würden.

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