Mehrere Schlägereien in Asylunterkünften

Immer wieder liefern sich Flüchtlinge in Unterkünften Massenschlägereien. Integrationsministerin Öney mahnt: Jeder muss sich an Regeln halten.

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Viele Wochen lang hat es keine negativen Schlagzeilen im Zusammenhang mit der Ellwanger Landeserstaufnahmestelle (Lea) mehr gegeben - das hat sich jetzt geändert. Am Sonntag gegen 1.15 Uhr wurde die Polizei zu einer Massenschlägerei gerufen. Etwa 50 Personen gingen laut Polizeiangaben aufeinander los, zum Teil mit Metallstangen und Feuerlöschern, auch Steine flogen. Einige Steinwürfe galten auch der Polizei. Als die Zahl der Beamten auf rund 30 angewachsen war, "beruhigte sich die Lage zusehends", heißt es bei der Polizei. Weshalb sich die hauptsächlich pakistanischen und algerischen LEA-Bewohner geprügelt haben, ist nicht bekannt. Damit war der Krawall aber noch nicht zu Ende: Am späten Sonntagabend, gegen 22.15 Uhr, wurde die Polizei erneut gerufen, weil sich schon wieder insgesamt rund 50 Personen zu einer Prügelei vorbereiteten, zum Teil wieder mit Eisenstangen bewaffnet.

Die Polizei ging dazwischen, die Streithähne zogen schließlich ab. Ein 31-jähriger Steinewerfer wurde festgenommen. Bei beiden Vorfällen wurden mehrere Personen verletzt. Laut einer Mitteilung des Regierungspräsidiums sei die Leitung der Lea nun bemüht, etwaige "Racheakte" zu unterbinden. So solle eine Gruppe zu ihrem eigenen Schutz in eine Außenstelle verlegt werden. Zudem könnte Rädelsführern die Abschiebung drohen.

Integrationsministerin Bilkay Öney (SPD) räumte am Montag ein: "Die Situation in Flüchtlingsunterkünften ist aufgrund der Enge und der Menschenmassen insgesamt sehr schwierig. Man tritt sich dort buchstäblich auf die Füße." Dennoch: "Über bewusst grobes Fehlverhalten, gewalttätige Auseinandersetzungen, Übergriffe und Diebstahl können wir nicht hinwegsehen oder die Situation schönreden", sagte sie. "Jeder muss sich an die hiesigen Regeln halten, und dazu zählt eben auch die gewaltfreie Lösung von Konflikten."

Auch in Flüchtlingsunterkünften in Mannheim und Heilbronn hatten sich am Samstag und Sonntag gewaltsame Auseinandersetzungen ereignet. In Bühl (Kreis Rastatt) gingen in der Nacht zu Montag Bewohner mit Messern und Gabeln aufeinander los. Als die Polizei eintraf, hatte sich die Lage beruhigt. Der Grund des Streits blieb unklar.

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