Mehr Geisterfahrer unterwegs

Die Autofahrer werden immer öfter vor Staus und Gefahren aller Art gewarnt. Auch Geisterfahrer waren im vergangenen Jahr erneut häufiger unterwegs, wie eine Bilanz des Innenministeriums zeigt.

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Stau auf der Autobahn: Das meldete der Verkehrswarndienstes vergangenes Jahr im Land vor allem für die A 8, die A 7 und die A 5.  Foto: 

Die Gefahr, einem Geisterfahrer zu begegnen, ist sonntags und montags zwischen Mitternacht und drei Uhr am größten. Auf die falsche Fahrbahn geraten Richtungsignoranten oft auch dienstags, mittwochs und samstags zwischen 19 und 24 Uhr. Dies geht aus einer Bilanz der Landesstelle für den Verkehrswarndienst hervor, die Innenminister Reinhold Gall (SPD) gestern vorlegte. Zwar konnte er mitteilen, dass sich 2014 diese Meldungen um acht Prozent - von 410 auf 443 - erhöht hätten. Aber für die zeitlichen Schwerpunkte hatte der Minister keine Erklärung. "Erfreulicherweise kommt es in den wenigsten Fällen zu einem Unfall."

Im vergangenen Jahr verbreitete der amtliche Warndienst 38 431 Meldungen, das entspricht einer Zunahme von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 30 Prozent seit 2010. Die Ursache für den Anstieg sehen die Experten auch im höheren Verkehrsaufkommen. Der Großteil der Hinweise betrifft die Autobahnen (71 Prozent), den Rest teilen sich nicht allein die Bundes- und Landesstraßen, selbst Gemeindeverbindungen waren so stark betroffen, dass hier seit 2010 ein Plus von 70 Prozent registriert wurde.

Spitzenreiter bei den Durchsagen, die per Radio und Internet verbreitet wurden, waren die A 8 und die A 7 mit 142 Meldungen, gefolgt von der A 5 mit 6802 Warnungen. Auf der A 7 zwischen Feuchtwangen und Ulm wurde mit 113,9 Prozent das größte Plus festgestellt. Der Verkehr auf der A 6 östlich und westlich des Weinsberger Kreuzes wurde Ende Dezember so stark durch Schnee- und Eisglätte behindert, dass dort der längste Stau des Jahres entstand - 40 Kilometer.

Die Wahrscheinlichkeit, bei Überlandfahrten einem Tier zu begegnen, ist erneut größer geworden. Vor Entenfamilien, Wildschweinen, Jungrindern, Schafen, selbst vor Alpakas, Chamäleons und Kängurus wurde 1641 Mal gewarnt (plus 17 Prozent). Mit schlecht gesicherter Ladung waren fast fünfmal mehr Verkehrsteilnehmer unterwegs. Deswegen landeten nicht nur die üblichen Fahrräder, Ski und Spanngurte auf dem Asphalt, auch ein ganzer Holzzaun, eine große Teppichrolle behinderten das Fortkommen. Dass sich auch große Klopse von der Ladefläche schleichen können, bewies eine Bohr- und Fräsmaschine: Sie wog 28 Tonnen.

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