Mehr Arabischunterricht an Baden-Württembergs Volkshochschulen

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Die Volkshochschulen (VHS) in Baden-Württemberg verzeichnen ein steigendes Interesse an der arabischen Sprache. Nach Angaben des Volkshochschulverbands Baden-Württemberg – er vertritt 172 Einrichtungen – stieg die Zahl entsprechender Kurse schon 2015 um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Wir haben noch keine Zahlen für 2016. Aber wir gehen davon aus, dass das Interesse weiterhin groß ist“, sagt Sprecherin Kathrin Lepold.

Auch die  Teilnehmerzahlen in den Arabischkursen erhöhen sich. 2014 hätten 1726 Menschen entsprechende Kurse belegt, ein Jahr später sei die Zahl auf 1976 gestiegen. „Sicher spielt es eine Rolle, dass mehr ehrenamtliche Helfer oder Angestellte mit Flüchtlingen aus dem arabischen Sprachraum arbeiten“, sagt Lepold. Es gebe aber auch viele Kursteilnehmer, die aufgrund eines privaten Interesses die arabische Sprache lernen wollen.

Nur eine AG an den Schulen

Das bestätigt Beatrice Winkler von der VHS Karlsruhe. Hier habe es seit Mitte 2015 aufgrund der vielen Flüchtlinge eine Steigerung von etwa 40 Prozent bei den Kursen gegeben – momentan würden rund 50 Kurse angeboten. Das Interesse an der Sprache sei aber schon seit Jahren groß. „Manche Teilnehmer haben Freunde aus dem arabischen Sprachraum, andere planen eine Reise oder sind schlicht an der Kultur interessiert“, sagt Winkler.

Eine andere Möglichkeit, die arabische Sprache zu lernen, ­haben Studenten im Südwesten. So bietet etwa der Fachbereich Orient- und Islamwissenschaft an der Universität Tübingen Arabischkurse für Studierende. Im Fach „Sprachen, Geschichte und Kulturen des Nahen Ostens“ ist das Erlernen des Arabischen Pflicht. Arabischkurse belegen können auch Studierende, die die Sprache aus praktischen Gründen für ihr Studium brauchen, etwa Archäologen oder Assyriologen. „Die Nachfrage nach Arabisch ist seit Jahren stabil und übersteigt das Angebot“, heißt es von der Universität Tübingen.

Das Interesse ist allerdings vor allem in der Erwachsenenbildung zu beobachten. Neue Fremdsprachenangebote an Schulen sind hingegen im Stuttgarter Kultusministerium – anders als etwa in Berlin – kein Thema: „Grund­sätzlich gibt es in Baden-Württemberg an den Schulen so gut wie keine Nachfrage nach Kursen oder Unterricht in den Sprachen Türkisch oder Arabisch“, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit. Für das Schuljahr 2014/2015 gab es laut Statistischem Landesamt keinen Arabisch-Kurs im Wahl- oder Pflichtbereich.  Lediglich bei einem öffentlichen ­Gymnasium sei eine Arabisch-AG mit zwölf Teilnehmern gemeldet worden.  dpa

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