Mehr als 30.000 Fans beim Heimspiel von Andrea Berg

Wenn Andrea Berg nach Aspach zum Heimspiel ruft, dann fluten die Fans den Schwäbischen Wald. Mehr als 30.000 kamen.

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Üblicherweise treten die Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach in der 3. Liga in der Mechatronik Arena an und halten die Region in Atem. Noch voller wird’s im Sportpark Fautenhau seit etlichen Jahren, wenn die Schlagerkönigin Andrea Berg einmal im Jahr zum Heimspiel in ihre Wahlheimat lädt. Seit 13 Jahren lebt die Rheinländerin mittlerweile hier in der hügeligen Landschaft, die von Wein- und Ackerbau, vor allem aber von Waldflächen geprägt ist. An diesem besonderen Wochenende auch von Blechlawinen und einem friedlichen, bunten Völkchen, das allein auf Harmonie und Party aus ist.

Kein Weg zu weit – bereits die Nummernschilder zeigen es: Die Besucherschar ist nicht regional. Auch Niederländer oder Südfranzosen sind unter den Fans, Österreicher sowieso jede Menge. Hans Kopp, der in diesem Jahr drei Tage nach Andrea Berg auch seinen 50. Geburtstag feiern konnte, ist mit dem besten Freund und den Frauen aus der Wiener Neustadt eingeflogen. Die Tickets samt Hotelarrangement hatten sie vor einem Jahr reserviert. „Sonst hast du fast keine Chance an Karten zu kommen“, weiß der Mann aus Niederösterreich, der zwar mit Bands wie „Deep Purple“ oder den „Rolling Stones“ musikalisch sozialisiert worden ist, bei Festen im heimischen Partykeller aber auf den Schlager kam. „Wegen der Stimmung“, sagt er, und die wird später beim Konzert von Andrea Berg „unglaublich“ sein, um eines der Lieblingsworte der Sängerin zu bemühen.

Am Tag zuvor waren die österreichischen Fans im Sonnenhof, Bergs stetig expandierendem Hotel-Refugium mit Discobetrieb und alternativem Tierpark. Auch hier hat man in diesen Tagen nur mit Reservierungen eine Chance. Der Schwäbische Wald wird zur Berg-Welt. „Die Hotels und Pensionen sind bis Heilbronn ausgebucht, sagt Charlotte Schuber von der Fremdenverkehrsgemeinschaft Schwäbischer Wald e.V., die mit einem Stand auf dem Arena-Gelände vertreten ist. Andra Berg kurbelt dem Tourismus eben nicht nur für den Sonnenhof kräftig an. Die ganze Region profitiert.

Im kleinen Stadion sehen die gewaltigen, aus leeren Bierkästen gebauten Theken noch überdimensioniert aus. Spätestens ab 19 Uhr wird’s voll über dem abgedeckten Rasen, der beim kleinen Anfang vor elf Jahren noch ein Kunstrasenplatz war. Irgendwann landet auf dem unteren Platz Andrea Berg im eigenen Helikopter im Mittelkreis. Letzte Gewissheit, dass sie trotz Brandwunden an der Schulter und am linken Arm auftreten wird. Eine Woche zuvor wäre die Vorpremiere im hessischen Wetzlar für sie wegen eines falsch gezündeten Pyro-Effekts fast übel ausgegangen. Ein Schock für die Fans. Doch Andrea Berg machte weiter, denn „wenn du auf der Bühne stehst, die Fans vor dir siehst, und das Adrenalin hochschießt, vergisst du alles andere! Ich habe einfach weitergesungen.“

Natürlich gilt besonders für Aspach: Zähne zusammenbeißen und durch. Schließlich sind zig Kameras aufgebaut, die Show ist im Abendprogramm der ARD  eingeplant. Durch müssen die Fans des gepflegten Schlagers auch: Durch das eher leichtgewichtige Vorprogramm. Was hier in der Hitze des Frühabends vom Schlagersternchen Larissa, dem ORF-Moderator und Partykanone Erich Fuchs oder einem Folkduo geboten wird, kann nur  Partydurstigste mitreißen.

Ansonsten wird getrunken, gegessen, und man deckt sich am Stand mit Plüsch-Drachen oder T-Shirts ein. Weiter unten am Platz rockt die Schwoba Alm deutlich mehr als der steierische Fuchs. Erst die Schlagerbilly-Boys der „The Rebel Tell Band“ drehen den Stimmungsspieß so richtig um. Sie standen im Jahr zuvor bereits auf der Bühne, von Andrea Berg höchstpersönlich auf Youtube entdeckt. Schlager mit Rock ’n‘ Roll und  Show aufgemotzt – das sitzt.

Aber eigentlich dreht sich alles nur um die Berg. Gerade ist eine Tänzerin als Fee über den geschwungenen Bühnensteg geflattert, da steht Andrea Berg auf dem Kopf eines gewaltigen Drachens, der Feuer speit. Am ersten Heimspiel-Tag setzte so ziemlich genau in diesem Moment Regen ein. Das schweißte die Fan-Familie noch enger zusammen. An diesem Samstag vertreiben die Feen sogar die Regenwolken. Es bleibt beim kurzen Versuch des Tröpfelns, es brennt auch nichts an – schon gar nicht Andrea. Von Florian Silbereisen höchstselbst angesagt, beginnt  sie mit großen Fantasy-Bildern und Tanz-Choreographien.

Bisweilen neigt Andrea Berg, die von ihren Fans so geliebt wird, weil sie ihren Schlager viel Pop und auch mal Frauenpower packen kann, ein wenig zu sehr zum Pathos, doch das Publikum zieht mit. Vermeintliche Normalos genauso wie Oldies, Kids,  Tattoo-, Lederhosen- oder Rockerkutten-Träger, Tänzer, Schunkler, Schlager-Ultras und starr verharrenden Bewunderer – die Toleranz kennt kaum Grenzen. Die Show auch nicht. Neues, jede Menge Hits, DJ Ötzi und Florian Silbereisen als die „Hütte abreißendes“ Hände-hoch-Duo mit griechischem Wein über den Wolken. Dann Andrea Berg in Hellblau, verträumt mit ihrem Drachen „Spinnst du“ und umgeben von Kinderdrachen als Gute-Nacht-Lied-Fee..

Zu Beginn des zweiten Programmteils schwebt sie via  Kran mit Leuchtkleid vom Himmel herab. Starke Momente, noch mehr Hits. Und die Höhner sind auch noch dabei. „Viva Colognia“ im Original. Die Fans stehen in Flammen, besonders als Xavier Naidoo als „Sternenträumer“ mit von der Partie ist, begeistert von der „fleißigsten Biene im Business und einem geilen Team im Hintergrund“. Und dann singen sie zusammen Naidoos „Der Fels“, und sie weint. Er wischt ihre Tränen ab. Emotionen pur.

Für die Fans hat sich die Reise wieder einmal gelohnt. Nach drei Stunden Show sind sie geschafft, aber glücklich.

„So nah wie nie“

Moderator Florian Silbereisen hat die Sängerin Andrea Berg als Moderator und Reporter bei den Vorbereitungen und Proben ihren Heimspiel-Shows besucht und weichte auch während des Auftritts nicht von ihrer Seite. Unter dem Titel „Andrea Berg so nah wie nie“ präsentiert Silbereisen die große Sternennacht-Show aus Aspach am 13. August von 20.15 Uhr an in der ARD.

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