Martin Walser: Zu nachgiebig im Umgang mit Schauspielern

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Der Schriftsteller Martin Walser spricht während eines Interviews. Foto: Felix Kästle/Archiv

Der Schriftsteller Martin Walser (89) hat mit eigenen Regieversuchen am Theater abgeschlossen. „Ich bin viel zu nachgiebig“, sagte er am Sonntag im Kammertheater in Stuttgart mit Blick auf frühere Regiearbeiten. Jede Schauspielerlaune habe er stets wie einen Befehl hingenommen. „Ich bin kein Regisseur“, sagte Walser, der früher in Stuttgart auch als Rundfunkjournalist gearbeitet hatte. Am 11. März steht am Schauspiel Stuttgart die Uraufführung seines 1957 erschienenen Romans „Ehen in Philippsburg“ an. Am 24. März wird der Autor 90 Jahre alt.

Bei einem launigen Abend mit dem Literaturkritiker Denis Scheck, auch bekannt als Moderator des ARD-Magazins „Druckfrisch“ und der Sendung „Kunscht!“ beim SWR, sagte Walser, dass sein Erstlingswerk in seiner früheren Heimat Stuttgart entstanden sei. „Ich kann es nicht mehr umtaufen“, sagte Walser mit Blick auf den Titel. Er habe damals nicht gewusst, dass es eine Stadt mit diesem Namen gebe. Philippsburg liegt im Kreis Karlsruhe. „Die Stadt hat mich nicht bestraft“, sagte er.

Regisseur Stephan Kimmig erzählt die Geschichte eines Mannes aus kleinen Verhältnissen, der in den 1950ern in die feine Gesellschaft aufsteigt. „Martin Walser beschreibt am Beispiel Stuttgarts die menschlichen Obsessionen und Desaster der Wirtschaftswunderjahre“, sagte eine Sprecherin des Theaters. Walsers jüngster Roman „Statt etwas oder Der letzte Rank“ erschien im Januar.

Uraufführung "Ehen in Philippsburg"

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