Marihuana in Stahlrohren

Zwei Zentner Rauschgift hat die Heilbronner Polizei beschlagnahmt. Eine Ermittlungsgruppe zerschlug einen Dealerring, der von vier Kosovaren geführt worden sein soll. Zehn Personen wurden verhaftet.

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Beträchtliche Ausbeute: Drogenfund der Heilbronner Polizei. "Eine Viertelmillion Joints können jetzt nicht gedreht werden", sagt der Staatsanwalt. Foto: Polizei

. Was die sieben Beamten der Heilbronner Polizei mit ihrer Ermittlungsgruppe "Omnibus" geleistet haben, hat für den Chef der Staatsanwaltschaft, Frank Rebmann, "von der Dimension her eine Sonderstellung". Nach aufwendigen Recherchen, verbunden mit Telefonüberwachung und intensiver Zusammenarbeit mit Dienststellen in mehreren Ländern, gelang ein bedeutender Schlag gegen die internationale Rauschgiftszene. Bei vier Zugriffen wurden 99,1 Kilogramm Marihuana im Verkaufswert von 1,2 Millionen Euro beschlagnahmt. Gegen zehn Personen wurden Haftbefehle beantragt. Die Bande soll von vier Kosovaren geführt worden sein.

Die Ermittlungsgruppe bekam ihren Namen von einem Reisebus, der am 4. März in der Nähe von Rosenheim (Bayern) gestoppt wurde. Im Ersatzrad entdeckten die Fahnder 22,5 Kilogramm Marihuana. Seit November 2011 verfolgten die Kripobeamten die Spuren eines Rauschgifthändlerrings, nachdem entsprechende Hinweise eingegangen waren. Bereits einen Monat später stellten sie 14 Kilogramm der Droge in der Wohnung eines aus dem Kosovo stammenden Heilbronners sicher. Bei Neuenstadt am Kocher stoppte eine Spezialeinheit ein Auto, in dem sie, versteckt hinter Kinderwagen und Babyutensilien, 20 Kilo des Betäubungsmittels fanden.

Der größte und zugleich ungewöhnlichste Erfolg gelang den Ermittlern auf der Autobahn bei Appenweier (Ortenaukreis). Auf einem Kleinlaster lagen sechs Stahlstützen, in die 42,6 Kilo Marihuana eingeschweißt waren - verzollt als Baumaterial. Der Fund füllte zwei Einkaufswagen. Die Tatverdächtigen hätten "hochprofessionell und konspirativ gehandelt", erklärte der Leitende Oberstaatsanwalt.

"Eine Viertelmillion Joints können jetzt nicht gedreht werden", rechnete Frank Rebmann aus. Sein Zuständigkeitsgebiet ist eine Drehscheibe des Drogenhandels. 2011 seien in ganz Baden-Württemberg 400 Kilo Cannabisprodukte konfisziert worden, "ein Viertel davon im Bereich Heilbronn".

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