Mannheimer Einkaufsmeile wird bis 2019 umfassend umgestaltet

Drei Jahre Bauzeit und Investitionen von 30 Millionen Euro: Die Mannheimer Planken werden aufgemöbelt. Das erfordert Geduld von allen.

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Mannheim: Die Einkaufsmeile Planken führt auch am Paradeplatz (mit Stadthaus) vorbei.  Foto: 

Die Mannheimer Planken gehören zu den beliebtesten Einkaufsmeilen Baden-Württembergs. Sie sind als Fußgängerzone gestaltet, doch inzwischen ziemlich in die Jahre gekommen. Nun will die Stadt Mannheim ihre Topadresse aufmöbeln. Bis 2019 sollen rund 30 Millionen Euro in die Hand genommen werden.

Doch bis dahin wird von Einkaufsbummlern, Anwohnern, Transportdiensten und von den Einzelhandelsketten Geduld verlangt. Mit der Erneuerung der Strecke zwischen Wasserturm und Innenstadtmitte in 23 Bauabschnitten startet die Kommune die größte Umbaumaßnahme der Nachkriegszeit: Rund 20.000 Quadratmeter Verkehrsfläche und 6800 Quadratmeter Gleisanlagen werden zeitgemäß erneuert. Mehr als zwei Jahre dauert die reine Bauzeit. Fördergelder in Höhe von sieben Millionen Euro sollen fließen.

Ursprünglich zogen sich die Planken vom heutigen Paradeplatz bis zu einem Schutzwall an der Stadtgrenze. Der Name stammt aus dem 17. Jahrhundert und bezeichnet die Palisaden vor dem Graben.

Die im Dritten Reich aufwendig umgestalteten Planken hatten jedoch eine kurze Halbwertzeit. Die meisten Bauten fielen wie ein Großteil der Mannheimer Innenstadt den Bomben zum Opfer. Zur Bundesgartenschau im Jahr 1975 wurde die Flaniermeile in eine Fußgängerzone umgewandelt, durch die weiterhin Straßenbahnen fahren.

Mit dem nun angestoßenen Umbau will Mannheim die Lebensqualität verbessern, die Einkaufsmöglichkeiten steigern und ein saubereres Stadtbild schaffen. Auch die Barrierefreiheit ist Thema, so sollen Blinde und Sehbehinderte künftig über besondere Pflastersteine durch die Planken geleitet werden.

Neben einem neuen Pflasterboden sollen neue Bänke und Abfallbehälter die Planken aufwerten. Außerdem will das Rathaus kostenloses W-Lan für Internet anbieten. Die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft erneuert in diesem Zuge ihre Gleisanlage zwischen Wasserturm und Paradeplatz. Während dieser Umbaumaßnahmen wird der Stadtbahnverkehr von März bis Oktober 2017 vor Ort für acht Monate umgeleitet. Die Frage, ob weiterhin mehr als 800 Straßenbahnen durch die stark frequentierte Einkaufsstraße fahren sollen, stellten sich die Planer nicht. Ein U-Bahn-Modell wie es derzeit in Karlsruhe entsteht, hatte keine Chance.

Beim vorgesehenen Abholzen von Bäumen hingegen ruderte das Rathaus aufgrund von heftigen Bürgerprotesten zurück und rückte vom Kahlschlag ab. Statt der ursprünglich von der Verwaltung beabsichtigten Fällung von 90 Bäumen werden in den "neuen Planken" nach 2019 nun nur zwei Bäume weniger stehen.

Mit der Verschönerung kommen allerdings auch Einschränkungen auf Gastronomen und Einzelhändler zu. Der Fachbereich Stadtplanung hat Sondernutzungsrichtlinien erarbeitet, die Warenauslagen, Werbeständer und Gastronomiemöbel betreffen. Jüngst hatten in diesem Zusammenhang Entwürfe für "Mannheimer Brezelhäuschen", die rund 80.000 Euro kosten sollen, für weiteren Ärger gesorgt.

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