Lehrergewerkschaft versöhnt mit Grün-Rot

Zu Beginn der Legislatur lag die GEW noch quer zum Kultusressort. Heute kann sich Gewerkschafts-Chefin Moritz fünf weitere grün-rote Jahre vorstellen.

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Alle vier Jahre trifft sich die Lehrergewerkschaft GEW zur großen Delegiertenversammlung. Das letzte Mal haderten die Pädagogen noch mit einer glücklosen Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer (SPD). Heute hingegen, da 2013 deren Parteifreund Andreas Stoch das Ressort übernahm, herrscht wieder Harmonie mit der Landesregierung.

Eine eindeutige Wahlempfehlung will GEW-Chefin Doro Moritz nicht geben, aber indirekt lässt sie keinen Zweifel: Die GEW hat sich mit Grün-Rot wieder versöhnt. "Die Landesregierung hat mit Andreas Stoch einen Kultusminister, der die Dimensionen des Reformbedarfs erfasst." Er nehme alle Interessen, auch die der Lehrerverbände, ernst. Insofern könne sich Moritz "eine Fortsetzung der Zusammenarbeit gut vorstellen".

Die Südwest-GEW, mit gut 50.000 Mitgliedern der stärkste Landesverband, sieht sich nicht nur als Arbeitnehmervertretung, sondern auch als Motor der Bildungspolitik. Erst war die Schnittmenge mit Grün-Rot groß. Doch die zu Beginn der Legislatur angestrebte Stellenstreichung erzürnte die Lehrer. Eine Teilschuld gaben sie ihrer Gewerkschaft: "Die Mitglieder machten die GEW für die Anfangsfehler der grün-roten Landesregierung mit verantwortlich", sagte Moritz gestern im Vorfeld des Gewerkschaftstages. Die Strafe für die GEW: ein sehr zögerlicher Mitgliederzuwachs.

Nun aber ist alles repariert, Moritz tritt zum dritten Mal an und will die Gewerkschaft bis zum Ende des Jahrzehnts weiterführen. Doch es soll die letzte Amtszeit der 62-Jährigen werden. Dem Gewerkschaftstag liegen ebenso etliche Anträge zu bildungs- und hochschulpolitischen Themen vor wie zu den Arbeitsbedingungen und zur Gesellschaftspolitik. Das Treffen in Sindelfingen beginnt heute mit Formalien, am Freitag sprechen dann zunächst Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und am Nachmittag dann Kultusminister Andreas Stoch (SPD). Guido Wolf, der Spitzenkandidat der CDU, für die Landtagswahl am 13. März, redet am Samstag zu den rund 360 Delegierten.

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