Lawine aus Schlamm

Eine geplatzte Wasserleitung hat in Stuttgart eine Schlammlawine ausgelöst. Matsch, Dreck und Geröll legten sich um Häuser und Autos.

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Ein Wasserrohrbruch hat am Samstagmorgen in Stuttgart eine Schlammlawine ausgelöst und Millionen-Schaden angerichtet. Die Wassermassen aus einem geplatzten Rohr des Versorgers ENBW sind laut Polizei so groß gewesen, dass sie Schlamm und Geröll bis in die Ortsmitte des Stuttgarter Stadtteils Kaltental mitrissen.

Mehrere Häuser wurden evakuiert. Die Rettungskräfte brachten sieben Bewohner in Sicherheit. Häuser und Autos wurden von Schlamm eingeschlossen. "Der an Häusern und Grundstücken entstandene Sachschaden liegt nach ersten Schätzungen bei knapp einer Million Euro", bilanzierte die ENBW gestern Abend.

Verletzt worden sei niemand, teilte die Polizei später mit. Ein Haus muss von Experten auf seine Standsicherheit hin überprüft werden. Ein Statiker und ein Geologe untersuchen, welchen Schaden die Schlammlawine insgesamt angerichtet hat. Die erste Entwarnung kam bereits gestern: Die Häuser seien weiterhin bewohnbar, die Sicherheit des Hangs gegeben, teilte die Polizei mit. Weitere Untersuchungen stehen noch an.

Wie es zu dem Wasserrohrbruch kommen konnte, wissen die Sachverständigen der ENBW bislang nicht. Das Rohr sei gut 50 Jahre alt, normalerweise hätten Graugussleitungen eine durchschnittliche Lebenserwartung von etwa 100 Jahren. Die Leitung weise keine Alterserscheinungen auf. "Erste Analysen legen nahe, dass die lange Trockenheit und die daraus folgenden Bodenbewegungen Ursache für den Riss sein könnten", schrieb die ENBW. Das Erdreich sei sehr felsig.

Bei langen Trockenperioden könnten sich Steine und Felsen setzen und Rohre beschädigen. Die Untersuchungen dauerten an. Die Kaltentaler Abfahrt, ein wichtiger Zubringer zur Stuttgarter Innenstadt, war für längere Zeit gesperrt. Das Fundament der Stadtbahnlinie wurde unterspült, Ersatzbusse eingesetzt. Die Sperrung der Straße und der Bahnlinie konnte wieder aufgehoben werden.

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