Lange Haftstrafen für versuchten Auftragsmord in Schlierbach

13 Jahre Haft für den Anstifter, zehn Jahre für den Schützen, viereinhalb und vier Jahre für die Helfer: Alle Angeklagten im Prozess um den versuchten Auftragsmord von Schlierbach sind schuldig gesprochen worden.

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Einer der Angeklagten vor dem Urteil im Landgericht Ulm: Für die Schüsse auf einem Feldweg bei Schlierbach müssen vier Männer in Haft.  Foto: 

"Alle vier haben eine Tat mit verheerenden Folgen zu verantworten." Mehr als einmal lenkte der Vorsitzende Richter Gerd Gugenhan den Blick aufs Opfer. Nur glücklichen Umständen ist zu verdanken, dass der 45-Jährige noch lebt. Aber an den Folgen der Schüsse, die ihn am 21. August 2013 am helllichten Tag auf einem Feldweg bei Schlierbach (Kreis Göppingen) niederstreckten, wird der körperlich und psychisch schwer gezeichnete Mann noch lange zu tragen haben.

Für den versuchten Auftragsmord an dem 45-Jährigen verhängte das Landgericht Ulm harte Strafen: 13 Jahre muss der Auftraggeber, ein 26-jähriger Betreiber eines Pferdehofs bei Kirchheim, ins Gefängnis. Zehn Jahre Haft sprach die Kammer gegen den 20-jährigen Schützen aus. Wegen Beihilfe wurde ein 24-jähriger Bad Boller zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Ein 48-jähriger, der die Waffe besorgt hat, muss vier Jahre ins Gefängnis. Dass das Opfer überlebt habe, sei Glück für die Angeklagten gewesen, betonte Gugenhan. Wäre der Mann gestorben, hätten den Haupttätern lebenslange Freiheitsstrafen gedroht. Dem Opfer sprach das Gericht 50 000 Euro Schmerzensgeld zu. "Das Urteil ist sehr wichtig für meinen Mandanten auf seinem langen Weg der Verarbeitung des Geschehens", sagte die Opferanwältin Sibylle Walch-Herrmann.

An der Schuld aller vier Angeklagten besteht für die Kammer nicht der geringste Zweifel. Aus Eifersucht, weil ihn seine Freundin verlassen hatte, wollte der 26-jährige Landwirt laut Gugenhan seinen vermeintlichen Nebenbuhler aus dem Weg räumen. Er ließ die Lebensgewohnheiten des Opfers ausspionieren, suchte nach Vollstreckern. Die Beweise seien erdrückend, aus der Auswertung der Handydaten und Kurznachrichten gehe hervor, wie er zunächst versuchte, einen Bekannten mit dem Mord zu beauftragen. Weil dieser Skrupel bekam, heuerte er schließlich den damals 19-jährigen Schützen an. Nachdem sich kein Fahrer fand, habe er sich selbst ans Steuer des Tatfahrzeugs gesetzt, um den Schützen und seinen Freund - beide hatten jeweils 1000 Euro Lohn eingesteckt - nach Schlierbach zu chauffieren.

Nach Überzeugung des Gerichts war es versuchter Mord, heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen. Der 20-jährige Schütze hatte mit seinem Geständnis den Auftraggeber schwer belastet. Der 26-Jährige selbst bestritt die Tat bis zuletzt - und will in Revision gehen.

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