Landkreis sucht Wege aus der Verlustzone

Die Oberschwabenklinik GmbH schreibt tiefrote Zahlen. Am Montag wird ein Gutachten vorgestellt, das Wege aus dem Defizit weisen soll.

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Rund 60 Prozent aller Krankenhäuser im Land schreiben Verluste, etlichen droht der finanzielle Kollaps. So wie der Oberschwabenklinik GmbH (OSK) in Ravensburg. Acht Millionen Euro Defizit weist die OSK-Bilanz für 2011 aus; für das laufende Jahr wird ein Verlust von mehr als zehn Millionen Euro erwartet. Als Grund nennt Geschäftsführer Sebastian Wolf die unzureichende Finanzierung der Krankenhausleistungen durch die gesetzlichen Krankenkassen. Jetzt wird ein Gutachten des Bremer Instituts BAB vorgestellt. Es soll aufzeigen, wie es mit dem Klinikverbund weitergehen kann.

Binnen weniger Jahre hatte sich die Zahlungsfähigkeit der OSK so rapide verschlechtert, dass der Landkreis und die Stadt Ravensburg als Träger ein Liquiditätsdarlehen in Höhe von rund 28 Millionen Euro bewilligen mussten. Zum 1997 gegründeten Verbund gehören das Zentralklinikum St. Elisabeth und das städtische Spital Ravensburg sowie die ehemaligen Kreiskrankenhäuser in Bad Waldsee, Wangen, Leutkirch und Isny mit insgesamt 1000 Betten. Vor allem die erst vor knapp zwei Jahren zum Klinikum Westallgäu fusionierten Häuser in Wangen, Leutkirch und Isny gelten im Verbund als notorisch defizitär, weshalb zumindest eine Schließung in Leutkirch und Isny immer wieder diskutiert wird. Die Bürgerschaft dort wehrt sich aber vehement gegen den Verlust einer wohnortnahen Krankenversorgung.

Eine weitere schlechte Nachricht beschäftigt seit Wochen auch die Bevölkerung der Ravensburger Nachbarstadt Weingarten: Das kommunale Krankenhaus 14 Nothelfer, Klinik mit 166 Betten, ist ebenfalls in die Verlustzone gerutscht. Die Geschäftsführung hatte für 2012 noch eine schwarze Null vorhergesagt, doch gilt mittlerweile ein Defizit von zwei Millionen Euro als sicher. Seit Monaten sind aus Ersparnisgründen 30 Betten aus der Belegung herausgenommen worden. Der langjährige Geschäftsführer musste den Hut nehmen, nachdem in früheren Bilanzen Unregelmäßigkeiten entdeckt worden waren. Oberbürgermeister Markus Ewald hat als Aufsichtsratsvorsitzender einen neuen Geschäftsführer berufen, einen Wirtschaftsprüfer eingeschaltet und gleichzeitig mit der OSK Gespräche über eine mögliche Kooperation aufgenommen.

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