Kurdische Rockerbande wegen Landfriedensbruchs vor Gericht

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Das Gebäude des Amts- und Landgerichts in Ulm. Foto: Stefan Puchner/Archiv  Foto: 

Unter starkem Polizeischutz hat am Mittwoch vor dem Landgericht Ulm ein Prozess um gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen kurdischen und türkischen Rockergangs begonnen. Angeklagt sind acht Mitglieder einer laut Staatsanwaltschaft kurdisch dominierten Bande mit dem Namen „Bahoz“. Ihnen werden unter anderem Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung sowie teils auch versuchte räuberische Erpressung und illegaler Drogenbesitz vorgeworfen.

Die Beschuldigten sollen am Abend des 18. Juli 2016 in der wegen des lokalen Feiertags Schwörmontag belebten Ulmer Innenstadt einen türkischen Schnellimbiss mit Steinen und Flaschen angegriffen haben. Dessen Betreiber soll der „Präsident“ der als türkisch-nationalistisch geltenden Rockergruppe „Osmania Germani BC“ sein. Bei der Attacke gingen das Schaufenster und die Leuchtreklame des Geschäftes zu Bruch, zwei Gäste erlitten Schnitt- sowie Schlagverletzungen. Der Sachschaden wurde auf 8000 Euro geschätzt.

Die Staatsanwaltschaft geht trotz des vergleichsweise geringen Schadens aufgrund des gezielten Angriffs vor dem Hintergrund bandenartiger Rivalitäten von Landfriedensbruch aus. Dafür könnten Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren verhängt werden. Der Angriff soll nach Erkenntnissen von Ermittlern eine Racheaktion für vorangegangene Attacken auf kurdische Rockergruppen gewesen sein. Alle acht Angeklagte ließen ihre Anwälte erklären, dass sie zu den Vorwürfen vor Gericht schweigen würden. Für den Prozess sind neun Verhandlungstage bis zum 6. Dezember vorgesehen.

Landgericht Ulm

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