Land droht Bahn mit drastischen Konsequenzen

Wegen der Probleme im Nahverkehr soll DB Regio von Vergabeverfahren ausgeschlossen werden. Das Ministerium rechnet mit Klagen der Bahn.

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Wegen der anhaltenden Probleme im Nahverkehr zieht das Land bei der Bahn jetzt die Daumenschrauben an: Der Amtschef im Verkehrsministerium, Uwe Lahl, kündigte in Göppingen an, die Bahn-Tochter DB Regio künftig bei Vergaben nicht mehr zu berücksichtigen, sollte sich die Situation im Filstal nicht binnen „Tagen oder Wochen“ merklich verbessern. Scharf griff Lahl den Chef von DB Regio an: „Herr Weltzien, Sie kriegen das alleine nicht mehr hin.“

Seit ein Übergangsvertrag mit DB Regio  am 1. Oktober in Kraft trat, ist der Schienennahverkehr auf der Strecke Stuttgart-Ulm zum Teil nahezu kollabiert. Ein Pendler brachte am Montagabend zu der Veranstaltung über die Zukunft der Fils­talbahn im Landratsamt Göppingen einen mehr als zehn Meter langen Ausdruck mit, auf dem alleine von Januar bis Juni rund 1650 Zugausfälle und Verspätungen dokumentiert waren.

Ähnliche Probleme gibt es auf der Remsbahn zwischen Aalen und Stuttgart sowie auf der Frankenbahn von Stuttgart nach Würzburg. Im Juni hatte Lahl wegen der Probleme auf der Frankenbahn DB Regio zum zweiten Mal abgemahnt.

Jetzt ist das Maß offenbar voll. Sollte sich in den kommenden „Tagen oder Wochen“ die Situation im Filstal nicht verbessern, „werden wir künftig nicht mehr an DB Regio vergeben“, drohte Lahl. Ein drastischer Schritt: „Diese Maßnahme hat’s in Deutschland noch nicht gegeben, aber wir werden diesen Schritt gehen und die Bahn von Vergabeverfahren ausschließen“, führte Lahl aus. Der Amtschef rechnet durchaus mit Widerstand der Bahn, doch sein Ministerium wolle das durchziehen: „Wir werden sehen, wie dann die Gerichte entscheiden.“

Als eine Ursache der Probleme hat das Verkehrsministerium offenbar den Chef der DB Regio, David Weltzien, ausgemacht: „Wir haben ein Managementproblem bei DB Regio.“ Minister Winfried Hermann werde zeitnah beim Bahnvorstand darauf drängen, dass Weltzien ein zweiter Geschäftsführer zur Seite gestellt wird.

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Die Bahn kommt - aber oft zu spät

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