Land am Rand: Windhunde starten früh

Der Wahlkampf ist ein hartes Pflaster. Vor allem beim Plakatieren. Früh aufstehen, früh plakatieren, lautet da die Devise. Eine Glosse.

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Der Wahlkampf mit seinen geschriebenen und heimlichen Gesetzen ist für Neulinge im Polit-Gewerbe eine große Herausforderung. Beim Aufhängen von Plakaten beispielsweise gilt das Windhund-Prinzip. Wer zuerst startet, kriegt die besten Masten und Bäume für das Konterfei der Kandidaten. Harald K. aus U. hat jetzt erleben dürfen, dass Werbeteams großer Parteien die Vorschriften etwas arg großzügig auslegen. Mit Verwunderung musste er beobachten, dass die Windhunde von Christ- und Sozialdemokratie bereits vor dem offiziellen Plakat-Start ganz flink Lampensäulen belegt hatten, auf denen er sich selber gerne sehen und um Stimmen für die Freien Wähler buhlen würde. Der Möchtegern-MdB braucht Publicity dringend, weil er in seinem Dorf weithin unbekannt ist.

Dank Harald K. flog eine ­lokale Anarchie auf. Schon
am Samstag und Sonntag vor dem Stichtag werden Bilder
der Bewerber verteilt, weil
an Wochenenden wohl keine amtlichen Aufpasser unterwegs sind. Wer sich, wie der unerfahrene Harald K., an Regeln hält, hat das Nachsehen beziehungsweise einen bereits in Beschlag genommenen Masten vor sich. Der Ehr­liche muss nehmen, was übrig bleibt.

Doch K. bekommt Trost vom Rathaus. „Es gibt noch ausreichend freie Laternenmasten oder andere geeignete Plätze“, weiß das Ordnungsamt. Und für den nächsten Wahlkampf kann sich K. auf die eigenen Qualitäten besinnen. In seinem Profil als Projektsteuerer verweist er auf „langjährige Erfahrung im Anlaufmanagement“ und der „Fehlteiljagd“.

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