Land am Rand: Kretschmann, der Trojaner

Die einen gucken zum Zeitvertreib Netflix – Winfried Kretschmann frischt sein Altgriechisch auf und beschließt Trojaner. Homer ist eben, wenn man trotzdem lacht.

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Der Philisoph Sokrates hat es aus guten Gründen geschafft, als Statue verewigt zu werden. Ein Buch erweckt sein Antlitz nun wieder zum Leben. Ministerpräsident Kretschmann arbeitet noch an seinem Nachruhm – und poliert derweil im Urlaub sein Altgriechisch.  Foto: 

In Sachen Zeitvertreib gleicht die Moderne einem wahren digitalen Füllhorn: Auf Netflix & Co. stehen mehr Serien bereit, als selbst Sisyphos je gucken könnte. Bei Instagram et al. harren stets neue Schmink-Styles, Urlaubs-Impressionen und Chia-­Mandel-Risottos der Begutachtung. Von Videospielen wollen wir gar nicht anfangen.

Was Winfried Kretschmann in der Freizeit macht, ist, naja: anders. „Jedes Jahr fahre ich für einige Tage nach Griechenland und lese unter anderem Klassiker der Antike im altgriechischen Original“, schreibt der Ministerpräsident im Grußwort zum Buch „Das Gesicht hinter dem Marmor. Was uns die alten Griechen zu sagen haben.“ Besonders Homer habe es ihm angetan; und die großen Themen seien seither stets dieselben: Religion, Liebe, Familie, der Sinn des Lebens – und Politik. Konsequenterweise hat Kretschmanns Regierung unlängst ein trojanisches Pferd für Handys beschlossen. Homer ist eben, wenn man trotzdem lacht.

Für das Buch selbst (132 Seiten, Edition Kentavros, 24,80 Drachmen) hat die Künstlerin Evi Sarantea die Gesichter griechischer Philosophen, Dichter und Feldherren auf Grundlage von Büsten und Statuen möglichst lebens­echt rekonstruiert. So bekommen Aristoteles, Sokrates und Co. wieder ein Antlitz.

Ob für Kretschmann, der, obwohl VfB-Fan, als Stoiker durchgeht, je Marmorstatuen gehauen werden, ist noch ungewiss. Wie’s in Sachen Nachruhm auch laufen kann, zeigt die Abbildung auf Buchseite 56: „Unbekannter alter Mann (etwa 4. Jh. v. Chr.)“.

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