Land am Rand: Kleine Anfrage mit Nachschlag

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Ach, Stefan Herre! Nun müssen wir wieder von Ihnen berichten. Dabei hatten Sie kürzlich erst als Südwest-AfD-Abgeordneter eine Anfrage der Linken aus Niedersachsen abgeschrieben. Peinlich, dachten wir. Aber Sie, Anfragen-Großmeister, ficht das nicht an! So fragten Sie nun in Drucksache 16/1189 die Landesregierung: Was kostet den Steuerzahler eine Kleine, eine Große, eine Mündliche Anfrage? Wie knitz, Herr Herre!

Bemühen wir erstmal den Menschenverstand: Gibt es Antworten als Meterware? Kann man sie abwiegen? Gibt es sie gegen Zeilen-Honorar? Oder leuchtet ein Speziallaser Anfragen auf den Grund und misst ihre Beantwortungs-Dichte? Was meinen Sie, Herr Herre?

Zur offiziellen Antwort brauchte Staatssekretärin Gisela Splett (Grüne) nur drei Absätze: Keiner misst Kosten von Anfragen. Zu aufwendig. Aber, aber! Haben Sie nicht schon in ihrer Antrags-Begründung erwähnt, dass die Kollegen in Nordrhein-Westfalen schon mal gerechnet haben: Exakt 287Anfragen dort hätten 350 000 Euro Kosten verursacht, so „Spiegel Online“! Gewiss. Aber anders als im Westen stellt man im Südwesten keinen ab, um unnütz Arbeit  zu zählen. Man vermeidet lieber gleich „unnützes G’schäft“. Pfiffig, gell, Herr Herre?

Aber: Grämen Sie sich nur nicht! Die Antwort auf Drucksache 16/1189 hat ja keine Unsummen verschlungen. Eine echte Schnäppchen-Anfrage! Behalten Sie das bei, fragen Sie weiterhin nur Dinge, die Sie sich jederzeit selbst beantworten können. Eine gute Idee? Nichts zu danken, Herr Herre!

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