Land am Rand: Forstschädlinge als Grenzgänger

Krise im württembergisch-bayerischen Randgebiet: Eigenmächtige Grenzübertritte von Muffelwild rufen Behörden auf den Plan. Jetzt heißt es Widder und Schafe contra Amtsschimmel.

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Ein Muffel ist, sofern es sich um einen Menschen handelt, ein eher unangenehmer Zeitgenosse. Bekannteste Art ist der Morgenmuffel, der nicht aus den Federn kommt und bis zum Mittag als Nörgler unterwegs ist. In der tierischen Variante, als Muffelwild, sind die Sympathiewerte offenbar auch ziemlich niedrig. Bei den Landräten der Kreise Main-Tauber und Würzburg genießen freilaufende Widder und (Wild-)Schafe samt ihren Lämmern so geringe Wertschätzung, dass die Harmonisierung des Jagdgesetzes in Baden-Württemberg und Bayern wegen dieser lästigen Hornträger unerlässlich scheint.Schuld ist die Gefräßigkeit der Tiere, die offenbar große Schäden an Bäumen anrichten, aber auch den Ertrag auf den Feldern schmälern. Solange der Wolf noch nicht an den Ufern des Mains und dem Hinterland patrouilliert, gibt es keine natürlichen Feinde. Freunde scheinen die Muffel in den bayrischen Amtsstuben zu haben, denn im Freistaat dürfen die vierbeinigen Schädlinge nur von 1. August bis 31. Januar gejagt werden. In Baden-Württemberg kann zwar erst ab 1. September zum Halali geblasen werden, aber die Widder müssen sich auch im Mai auf eine Kugel aus dem Hinterhalt gefasst machen.

Diese Terminunterschiede nutzten die Muffel waidlich aus, erfuhren die Landräte bei einer Unterredung. Die schlauen Viecher springen einfach über die Grenze in Sicherheit. Maßnahmen gegen den unerwünschten Länderwechsel sollen an einem runden Tisch besprochen werden. Jagdmuffel sind dabei nicht erwünscht.

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