Land am Rand: Eine Wiese schreibt Geschichte

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Die jahrhundertealte Kramer-Mühle in St. Leon-Rot ist schon lange historisch. Die ­Wiese an der Mühle war es ­weniger – bis zu dieser Woche. Da hat der Gemeinderat einen Bürgerentscheid zur Zukunft der Wiese zugelassen. Das ist nicht irgendein Bürgerentscheid, es ist der 500. seit 1956, seit es Bürgerentscheide im Südwesten gibt.

Klar, dass sich der Landes­vorsitzende des Vereins „Mehr Demokratie“, Edgar Wunder, freut: „Die 500 Bürgerentscheide sind eine Erfolgsgeschichte, auf die Baden-Württemberg stolz sein kann.“ Kein anderes Bundesland habe eine so weit zurückreichende Tradition der Bürgerbestimmung. Das stimmt. Zugleich zeigt die historische Marke aber auch, wie der Südwesten in puncto Bürgerbeteiligung hinterher hinkt. Bayern etwa hat die kommunalen Bürgerentscheide erst 1995 eingeführt, dort gab es bis Ende 2015 aber schon mehr als 1600 von ihnen. Doch solch ein Makel verblasst im Schein des historischen ­Moments.

Lieber zurück zur Wiese.
Die Gemeinde habe mal geplant, zwei Häuser auf ihr zu bauen, um Flüchtlinge unterzubringen, sagt Albert Weinlein, Haupt­initiator des Bürgerbegehrens. Inzwischen gibt es anderswo Platz. Nun sollen Wohnungen für sozial schwache Bürger auf die Wiese kommen. „Das wollen wir aber nicht“, sagt Weinlein, und per Unterschrift haben sich 2308 Bürger für einen Entscheid ausgesprochen. Am 2. Juli ist
die Abstimmung. Ein Tag zum Ankreuzen. Der Tag, an dem eine Wiese und die Bürger in Sankt Leon-Rot Geschichte schreiben.

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