Land am Rand: Der Dreispitz von Binzen muss weg! Oder?

Kunst im Kreisverkehr: Schön oder gefährlich? Im südbadischen Binzen ist darüber zwischen Bürgern und Landratsamt ein veritabler Streit entbrannt. Eine Glosse.

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Jeder kennt die Frage: „Ist das Kunst oder kann das weg?“ Kurzes Anwendungsbeispiel: Akribisch räumt man einen Raum auf und stößt auf gleichsam lange wie liebevoll Liegengelassenes. Die Funktionalität dort auf dem Boden? Eingeschränkt. Der ästhetische Wert? Ebenso. Also die humor-angehauchte, aber doch wirkmächtige Frage: „Ist das Kunst oder kann das weg?“

Im südbadischen Binzen wird die Frage aktuell anders diskutiert. Einen örtlichen Kreisverkehr schmückt, wie vielerorts, Kunst – genauer: ein Dreispitz aus drei acht Meter langen Streben. Nachts wird er angestrahlt und ist in der 2800-Einwohner-Gemeinde zum Wahrzeichen geworden. Doch es gibt Ungemach, denn ein Gutachten des Landratsamts Lörrach hat ihn als massive Gefahrenquelle im Straßenverkehr ausgemacht. Man könne sich daran schwer verletzen. Es gebe da eine Verordnung des Verkehrsministeriums in Stuttgart.

Viele Bürger, auch über die Grenzen Binzens hinaus, sind empört und verweisen auf gesunkene Unfallzahlen seit Eröffnung des Kreisverkehrs. Mehr als 4100 Menschen haben die Petition „Rettet den Dreispitz“ gezeichnet. Landrätin Marion Dammann wehrt sich nun gegen den Vorwurf, Bürgers Wille zu ignorieren: „Ihr Ringen für den Verbleib (...) kann ich gut verstehen“ und „die Beziehung zu Ihnen (...) ist für unser Handeln sehr wichtig“, schreibt sie in einem Offenen Brief. Weg soll der Dreispitz wohl trotzdem. Das würden aber Gerichte klären. Der vorläufige Zwischenstand lautet also: Das ist Kunst! Aber muss sie weg?

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